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Autor Thema: Am Fuß der Trollberge  (Gelesen 1005 mal)

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Offline gerhardt

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Am Fuß der Trollberge
« am: 03. Jun 11, 00:56 »
Knirschend wurde der Schotter unter den schweren eisenbeschlagenen Rädern zermalmt. Der Ochsenkarren trug schwer an den Granitquadern die er geladen hatte, er war auf dem Weg nach Port Valkenstein wie die unzähligen anderen Gespanne innerhalb Reichfelds.
Gerhardt ging neben dem Weg der von den Trollbergen herab führte um nicht ständig gefahr zu laufen überrollt zu werden.
Neben dem Weg....neben der Spur...der Feldwaibel lachte humorlos, das war wohl eine gute Beschreibung seines derzeitigen Zustandes. Seit Tagen war er auf der Suche nach Spuren seiner Vergangenheit, einen Ansatz um endlich reinen Tisch zu machen, um eine Zukunft zu haben, doch vergebens.
Es schien daß selbst seine Feinde nicht mehr existierten, der Krieg machte so etwas wie einen Priestermord vor Jahrzehnten belanglos. Verräter hatte man ihn genannt aber wie sich herausstellte entsprang diese Beleidigung der Abneigung der Andarrianer gegen Valkensteiner.
Gerhardt hatte seinen Geburtsort aufgesucht doch Gleizbach war weg, die Valkensteiner Baumeister hatten einen Steinbruch an der stelle an der sich das Dorf befunden hatte eröffnet, wo früher sein Geburtshaus stand war jetzt ein riesiges Loch als hätte Valkenstein selbst ein stück aus seiner Vergangenheit herausgebissen.
Mit allem hatte Gerhardt gerechnet, Jelena hatte er zurück gelassen weil er sich auf diese Aufgabe konzentrieren wollte, aber daß sich sein Schiksal verweigern würde? Nein das war niederschlagender als müsse er mit tausend Dämonen kämpfen.
In der Ferne konnte er die langsam entstehenden Umrisse Port Valkensteins erkennen, Nun gut... er hatte schließlich noch genug andere Aufgaben, doch die Frage wo sich dieser Scivar Priester befand der ihm schon so lang nach dem Leben trachtete, bohrte in ihm.
Elf burns are not our cultural heritage
Warum passieren mir eigentlich immer Dinge die sonst nur Vollidioten passieren?

Offline gerhardt

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Re: Am Fuß der Trollberge
« Antwort #1 am: 13. Jun 11, 23:25 »
Anforderungsschreiben, Genehmigungsformulare, Bestandslisten, Entwicklungsvorgaben, Richtlinien, Dienstvorschriften, Gesuche....Waaahrg, mit einem Tritt beförderte Gerhardt den gesammten Pergamentberg vom Tisch,*Das tat gut* wie ein gefangenes Tier lief er eine zeit zwischen den Papierhaufen auf und ab.
Bei den Göttern, er war Soldat und kein verwünschter Schreiberling, wie sollte er das alles bewältigen?
In den zwei Monden die er jetzt sein Zimmer in der *Tormentors Wille* Kaserne in Port Valkenstein bewohnte war er nur fünf mal dazu gekommen die Rekruten zu inspizieren, von seinen privaten Nachforschungen ganz zu schweigen und Robert trieb sich irgendwo auf der suche nach militärischer Stabilisierung in der Weltgeschichte herum.
Seufzend begann Gerhardt die Schriftstücke wieder auf seinen Tisch zu räumen, er würde Maugrim aufsuchen, der Junker befand sich zur Zeit auch in Port Valkenstein, ein wenig zerstreung würde ihm gut tun und vielleicht würde er etwas über Jelena erfahren, es verging kein Tag an dem er nicht an sie dachte.
Und auf dem Weg konnte er noch einmal am Exerzierplatz vorbei schauen, der Waibel grinste, Rekruten zeigten mehr reaktion als Papier.
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