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Autor Thema: Kadegars Zimmer 11ter Monat, 268 n.J.  (Gelesen 79 mal)

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Offline Kadegar

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Kadegars Zimmer 11ter Monat, 268 n.J.
« am: 22. Nov 18, 12:14 »
Hausarrest!

Alles begann mit dieser albernen Verkündigung der Inquisition. Damian wurde offiziell zum Feind der Inquisition erklärt, soviel hatte Kadegar sogar selber mitbekommen, als er von dieser Proklamation in Fanada hörte. Lediglich über die Tatsache selber amüsiert hörte er garnicht genau zu und überhörte so, dass man ihn selbst als Wirker schwarzer Magie mit hinein zog. Hätte er da nur richtig zugehört, hätte er sicher selber sofort gehandelt. Innerlich verfluchte er sich dafür, dass er nach dem Anschlag auf den Boten darüber nachgedacht hatte, diesen Boten selber zu beschützen, bis er seine Reise abgeschlossen hatte. Auch so hätte er früher oder später davon erfahren, dass erst selbst erwähnt wurde. Es hätte nur sicher eine gewisse Art von Komik, wenn der Akolyth erst bei seiner nächsten Verkündigung begriffen hätte, dass der erwähnte Schwarzmagier sein magischer Beschützer ist.

Doch nun war es bereits zu spät für solche Gedankenspiele. Kadegar war weiter nach Mythandria gereist und wurde dort von Lesska und Cyberian, in Karonas Auftrag, darüber informiert, dass er sich unverzüglich zur Akademie begeben sollte um dort unter Arrest gestellt zu werden, bis die Anschuldigung der Schwarzmagie geklärt war.

Warum mussten sie auch „schwarzmagische Mittel“ schreiben? Sie hätten seine magische Unterstützung für Damian sonst wie nennen können, aber schwarzmagisch, dass war eine Anschuldigung die Kadegar wieder nur in unnötigen Ärger verwickeln würde. Klar, in gewisser Weise war er dankbar, dass sich Karona selber darum kümmerte, doch dieses Hausarrest war wieder nur eine Erniedrigung gegen seine Person. Er war schließlich kein einfacher Schüler mehr, denn man an die Hand nehmen muss, wenn er sein erstes Ritual durchführt. Er war sogar deutlich mehr als ein einfacher Magister, er war DER Abgesandte der Akademie für Schattenwall an der Ayd'Owl, quasi ein Diplomat! Und er wurde wie ein abgerichteter Köter zurück gepfiffen, damit er sich nicht die Pfoten verbrennt.

Sichtlich verärgert schritt der Abgesandte in seinem, für ihn hergerichtete, Gästezimmer im Himmelsgebirge auf und ab. Nichtmal ein ordentliches Zimmer wurde ihn für den Aufenthalt eingerichtet! Aber er musste sich ablenken, emotional gereizt griff er nach einem Stück Kreide und wandte sich seiner Tafel zu. Tafel war in diesem Zusammenhang jedoch das falsche Wort. Seine erste Handlung in diesem, für sein Ego viel zu kleinem Zimmer war es eine der Wände komplett schwarz streichen zu lassen. So hatte er zumindest eine Schreibmöglichkeit, welche seinen Plänen gerecht wurde.
Die Anweisung von Karona war deutlich, er düfe die Grenzen der Akademie nicht überschreiten. Für seinen Plan müsste er dies aber auch gar nicht tun.

Sein Ziel war Anrea.
Er wusste, dass das Nebelphänomen für die Ebenenüberlappung nach Anrea grob einmal im Monat stattfindet. Auch wenn dieser Nebel ihn selber schon einige Zeit nicht mehr erwischt hatte, so wusste er, dass es noch stattfinden würde. Er müsste es nur schaffen den Zeitpunkt abzupassen um diesen Nebel aktiv hier, in seinem Zimmer auftauchen zu lassen. So würde er, zumindest für einen Abend, die Akademie verlassen, ohne die Grenzen des Geländes zu überschreiten. Ihm war zwar klar, dass dies ein wenig spitzfindig war, aber Karona würde solche Formulierungsfehler ebenfalls ausnutzen.

In dem Gedanken versunken Karona eins auszuwischen schweifte sein Blick aus dem Fenster und blickte über das schneebedeckte Himmelsgebirge. Von Zeit zu Zeit fielen einige größere Mengen Schnee am Fenster hinab. Zu dieser Jahreszeit muss das Dach der Akademie ständig schneefrei gehalten werden, damit es nicht unter der Last einstürzt. Nichts, was er nicht schon von der Ayd Owl kannte, aber für die Schattenwaller aus Montralur war es neu, dass die Mauern der Akademie nicht jeglichen Schnee verschwinden lassen und sie dafür arbeiten müssen, dass das Dach hält. Ebenso neu wie diese Fenster.

Kadegar trat ans Fenster heran und ließ seinen Blick in Richtung Westen streifen. Die Aussicht war schon nicht schlecht hier oben, deutlich besser als an der Ayd Owl.

Doch er ließ sich wieder ablenken. Kopfschüttelnd kehrte er zu seiner Arbeit zurück und Skizzierte an seiner Wandtafel Gefäße, Formeln und Komponente um diesen Nebel hier in seinem Zimmer zum passenden Zeitpunkt auftauchen zu lassen.
« Letzte Änderung: 22. Nov 18, 12:17 von Kadegar »
Lass mich, ich kann das!
Entweder dein Charakter stirbt als Held, oder lebt lange genug um NSC zu werden.
Kein-Haar-Mann!

 

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