collapse

Autor Thema: "Jakopp - Eine Entscheidung der Götter" (kurz nach dem Inquisition 3)  (Gelesen 103 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Akela

  • In-Time - Reisende
  • Usurpator
  • ***
  • Beiträge: 2114
Sie hatten die einfachsten und kürzeste Route ins ewige Eis gewählt und Sasha hatte den ein oder anderen Gefallen eingefordert.
Trotzdem war der Weg noch lang, beschwerlich...und verdammt kalt.

Den Göttern sei Dank war die kleine Reisegruppe, die kurz nach den Bestattungsritualen für Gerrit von der Löwenburg aufgebrochen war, auf keine größeren Probleme gestoßen, der Tempel war nur noch wenige Stunden entfernt und sie alle freuten sich auf ein warmes Feuer und die Möglichkeit, endlich die Beine hochlegen zu können.

Sasha musterte Havald von der Seite.
Die Laune des Bronnaq-Priesters stieg mit jedem Schritt, den sie sich dem Tempel näherten. Er freute sich sichtlich über die so unverhofft frühe Möglichkeit, der alten Heimat einen Besuch abzustatten, selbst wenn dies in der kältesten und somit schwierigsten Zeit des Jahres geschah.
Auch Sasha freute sich natürlich, das ein oder andere Gesicht wiederzusehen, auch wenn sie ihre Heimat längst im Totenpfad in Engonien sah, doch im gleichen Maße wie die Laune des Bärenpriesters stieg, stieg auch die Unruhe der Wolfselfe.
Die Gespräche, die sie würde führen müssen, konnten verdammt unangenehm werden.
Sasha Timberlore Schattenwolf
1. Paladin Askars

Offline Akela

  • In-Time - Reisende
  • Usurpator
  • ***
  • Beiträge: 2114
Auch wenn es nicht nötig war, die Tempelgebäude zu verlassen, da alle Gebäude miteinander verbunden waren um den Temperaturen im tiefsten Winter zu trotzen, die einen Menschen ohne die passende Kleidung innerhalb weniger Minuten zu einer Statue erfrieren ließen, so wählte Sasha doch den Weg durch den Innenhof.
Sie hatte das Bedürfnis nach frischer Luft und hoffte, dass der schneidende Wind ihr den Kopf ein bisschen durchpusten würde.
Der Schnee lag im Innenhof noch nicht so hoch, dass man die Türen verriegeln musste, doch die Schneedecke sah nahezu unberührt aus. Nur vor dem Langhaus der Askarier, wo Sasha gerade das Freie betrat, sah man eine größere aufgewühlte Stelle, wo die Ordensmitglieder mit ziemlicher Sicherheit das etwas überschäumende Gemüt eines der Ihren im Schnee abgekühlt hatten.

Sasha überquerte den Hof mit gemächlichen Schritten und lauschte dem knirschenden Geräusch, das ihre Stiefel im Schnee verursachten.
Dann betrat sie das Innere des Haupttempels und genoss für einen kurzen Augenblick die Wärme, die sie direkt umfing.
Anwesend waren die Mutter und die Großmutter, die sich direkt zu ihr umdrehten, als sie den weitläufigen Raum betrat und noch etwas Schnee von ihrer Kleidung klopfte, was ihr einen missbilligenden Blick der Mutter einbrachte.
Sasha grüßte die beiden Tempeloberhäupter mit einer leichten Verbeugung.

Die Großmutter empfing sie wie immer mit einem herzlichen Lächeln...das allerdings einen Augenblick später gefror und zu einem bekümmerten Gesichtsausdruck wechselte.
Dabei schaute sie Sasha nicht direkt an, sondern an ihr vorbei.

“Ohje ohje…..das ist aber nicht gut. Nicht gut, und nicht normal. Das sollte doch so nicht sein.”

Die Großmutter schien eher mit sich selbst zu reden, während sie auf ihren Stock gestützt langsam auf die Wolfselfe zu ging und immer noch einen Punkt neben ihr fixierte.
Sasha klappte den Mund wieder zu, egal was sie sagen wollte, es war wohl nicht nötig. Dann beobachtete sie wie die Großmutter vor ihr stehen blieb und nun doch den Blick ihrer kristallklaren Augen auf sie richtete.

“Kindchen, was ist passiert? Warum ist er noch da? Warum ist er SO noch da?”

Sasha öffnete wieder den Mund, wurde diesmal aber von der Mutter unterbrochen, die ebenfalls herangekommen war und das Gebaren der Großmutter scheinbar als interessanter als die kleinen Schneepfützen auf dem Tempelboden einstufte, die die Wolfselfe hinterlassen hatte.

“Lasst und nach hinten gehen... Großmutter, Paladin,” sie schaute von einem zum anderen: “es scheint mir dass es einiges zu berichten gibt.”
Sasha Timberlore Schattenwolf
1. Paladin Askars

Offline Akela

  • In-Time - Reisende
  • Usurpator
  • ***
  • Beiträge: 2114
Mit einem Ächzen ließ sich die Wolfselfe auf die Bank im Langhaus der Askarier fallen und seufzte übertrieben, bevor sie ihren Kopf auf die auf dem Tisch verschränkten Arme fallen ließ.

Die Großmutter hatte sich ins Gebet zurückgezogen und Sasha dabei die Aufgabe gegeben, ihr Anliegen den einzelnen Orden zu unterbreiten.
 
“Ich glaube ich werde einige der Hohepriester hier nie so wirklich verstehen Shaz.” jammerte sie und ihre Stimme klang dumpf durch den Stoff ihrer Ärmel.

Shaz'Shovah, der Hohepriester Askars und der aktuelle Leiter des Askartempels hier lachte.

“Ach komm, stell dich mal nicht so an, so schlimm sind die doch gar nicht.”

Sasha hob mit einer Leidensmiene den Kopf, die den Hohepriester abermals auflachen lies.

“Oh doch...sind sie. Ich wusste ja, dass das Gespräch mit Mrenva schwierig wird, aber die Priester von Argyle sind...wie soll ich es ausdrücken...nicht von dieser Welt?”

Sie richtete sich wieder auf und warf dem immer noch grinsenden Halbzwerg, der vor ihr stand, einen leicht verzweifelten Blick zu.

“Uuuund zu allem Überfluss soll ich jetzt auch noch eine der Priesterinnen mitnehmen, die den Argyle-Teil der Nordwacht übernehmen kann.
Ich meine, natürlich war es klar, dass das irgendwann wichtig wird, aber gerade jetzt? Das Leben und Reisen in Engonien ist zur Zeit nicht gerade ungefährlich.
Mrenva sagte, dass die Priesterin außerdem, falls ich das Ritual durchziehe…wie nannte sie es? Sicher stellen kann, dass alles mit richtigen Dingen zugeht.”


Sasha lehnte sich mit leicht verkniffenem Gesichtsausdruck in ihrem Stuhl zurück.

“Immerhin ist sie tatsächlich aus Andarra...die kennt das Land und ich denke, sie weiß sich auch zu behaupten.
Stell dir das vor….da sitze ich im ewigen Eis gefühlt am anderen Ende der bekannten Welt und finde eine Andarranerin im eigenen Tempel.”


Sasha war immer noch erstaunt wenn sie an das Gespräch mit der Hohepriesterin Argyles dachte. Mrenva hatte ihr ohne Umschweife ziemlich eindrücklich klar gemacht, dass die Wolfselfe in ihren Augen kein Recht hätte, sich in die Angelenheiten des Rabenordens einzumischen. Die Arbeit mit dem Tod, Seelen und alles was damit zusammen hing war Sache der Argyle-Priester.
Erst als Sasha ihr glaubhaft versichern konnte, dass sie natürlich erst mit den oberen Priestern der Luna reden würde und absolut nichts wegen Jakopp unternehmen würde, wenn diese auch nur den Hauch eines Zweifels äußern würden, hatte Mrenva zufrieden genickt.
Die Hohepriesterin musste Sasha nicht erst erklären, dass sie Mittel und Wege hatte, um Jakopps Seele zu seiner Gottheit zu bringen, notfalls mit Gewalt.
Eigentlich war es tröstlich zu wissen, dass der Nordhund nicht ewig in diesem Zustand würde bleiben müssen, aber diese Methode wollte Sasha nun wirklich nur als allerletzte Option einsetzen.

Und dann hatte Mrenva ihr in einem so plötzlichen Themenwechsel, dass die Wolfselfe die ersten Augenblicke ernsthafte Probleme hatte, zu folgen, eröffnet, dass sie eine der Argyle-Priesterinnen nach Engonien begleiten würde.
Und als sie dann auch noch beiläufig erwähnt hatte, dass diese ursprünglich aus Engonien, also genauer aus Andarra stammte, hatte sie Sasha vollends überrollt.

“Wenn du dieses Vorhaben in die Tat umsetzen willst, wirst du sie eh brauchen. Eigentlich hätte ich sie erst im Sommer zu dir geschickt, wenn das Reisen einfacher wird, aber ich gehe davon aus, dass du als Askarier Jakopp noch im Winter helfen willst.
Falls! Luna zustimmt.”


Der letzte Zusatz wurde von einem scharfen Blick begleitet, dann war die Hohepriesterin mit wehendem schneeweißen Gewand davon gerauscht und hatte Sasha sitzen lassen.



“Sag mal, ist das nicht langsam etwas lästig?”

Shaz deutete auf die Hände von Sasha, die nach wie vor die Gestalt von weiß bepelzten Klauen hatten und riss sie mit der Frage aus ihren Gedanken.

“Willst du nicht langsam mal was dagegen tun?”

Sasha wollte schon ganz automatisch erwidern, dass sie das ja gar nicht kontrollieren könnte, doch sie stockte.
Shaz hatte natürlich Recht. Die Wolfselfe wusste schon seit längerem, dass sie die Verwandlung auslöste und sie somit auch kontrollieren konnte.
In der Theorie zumindest.
Sie war seit Maugrims Tod nicht mehr in der Lage gewesen, ihren Geist so weit zu beruhigen, dass sie auch nur daran hätte denken können, die Verwandlung rückgängig zu machen.
Mehr als ein langgezogenes und wenig intelligent klingendes “Jaaaa…” bekam sie daher nicht heraus.
Der Halbzwerg nickte und grinste dann.

“Alles klar...wir sehen uns wenn der Mond am höchsten steht auf der oberen Mauer. Wäre doch gelacht wenn wir das nicht hinbekommen würden.”

Sie wusste dass er keinen Widerspruch dulden würde.
« Letzte Änderung: 18. Jan 19, 07:46 von Akela »
Sasha Timberlore Schattenwolf
1. Paladin Askars

 

* Neueste Beiträge: