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Autor Thema: Frühsommer 269 n.J. - Goldene Nachtigall in Brega - Auf dem Weg zur Jagd  (Gelesen 333 mal)

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Offline Berengar von Thurstein

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Am Wegkreuz hatte er es Kydora angekündigt, und wenige Tage später lenkte er sein Streitross durch die Straßen der Stadt, die er bisher nur aus den Geschichten über den Bruderkrieg, und von den Bregahölzern her kannte. Eigentlich hatte er die Wochen nach dem Turnier zu Pfauengrund in Goldbach verbringen wollen, doch rief ihn eine Kameradin aus den Kämpfen um den Kristallsee in Akria nun zur Jagd auf einen Lich. Und dies hatte er versprochen. Danach würde er zurück nach Lichttal reisen müssen. Der Baronin indes hatte er nur etwas durch Francois überbringen lassen können. Sein Besuch würde warten müssen. Krieg, wo er seine Schritte auch hin wandte, Krieg.

"Es ist nicht zu ändern, Bandobras, alter Junge. Aber wir bringen Anders etwas mit, und Springer auch. Wo ist jetzt diese goldene Nachtigall..." Er fragte sich durch und schließlich gelangte er gegen Mittag an sein Ziel. Irgendwie hatte er sich dieses... Bordell? Das war es wohl. Nun, er hatte es sich anders vorgestellt. Er ritt vorbei, suchte sich den nächsten Mietstall, und gab Bandobras in die Hände eines erfahrenen Stallburschen. Dann schulterte er sein Bündel, rückte das Schwert zurecht, und machte sich auf zu Kydoras Haus. Dort angelangt bat er um Einlass.
Der Krieg hinterlässt uns um so Vieles ärmer, als er uns vorgefunden hatte.

"Si vis pacem, para bellum." - Wünschst du den Frieden, rüste dich für den Krieg.

Offline Kydora

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Das Gebäude, das Berengar suchte, befand sich in einer Seitenstraße des von Baustellen geprägten Stadtbildes. Auch hier sah man noch die Spuren des vergangenen Krieges. Doch das Gebäude, auf das der Ritter zusteuerte, wirkte inmitten dieser geprägten Stadt sehr einladend. Die Laternen an der Türe würden bei Abend diese sicherlich in ein warmes Rot tauchen. Jetzt zur Mittagszeit rahmten sie das Haus eher unscheinbar ein. Neben der Türe war ein Symbol zu erkennen, golden zeichnete sich die Silhouette eines Vogels ab, der neben einer Pfingstrose war.
Über der Türe prangte der Name des Hauses: 'Goldene Nachtigall'.

Die Türe öffnete sich, Berengar wurde der Einlass gewährt und der Blick freigegeben auf das Innere. Sichtbar wurde ein größerer Vorraum, von dem zur Seite hin jeweils eine Türe wegführte. Vor dem Gast gegenüber des Eingangs hingen Vorhänge aus halbdurchlässigem Stoff und ließen Versprechungen vermuten, die einen erwarten würden. Es war der dünne Schleier, welcher die diesseitige Welt von der dahinter liegenden trennte.

Innerhalb des Vorraums in der Türnähe stand ein kräftig wirkender Mann und musterte den nächtlichen Besucher mit einem prüfenden Blick. Er würde den Besucher darum bitten, die Waffe abzugeben, doch im Falle einer Standeswaffe sei es ihm auch erlaubt diese mit einem Friedensknoten versehen im Hause zu führen. Andernfalls würde hier auf sie acht gegeben werden und diese Sicher verwahrt.

Kurz danach huschte eine kleinere Frau durch die Vorhänge und betrat den Raum. Blickdichter Stoff in dunklem Blau umfloss ihren wohlgeformten Körper in Form eines eleganten Kleides. Das rote Haar trug sie offen und es fiel in sanften Wellen über ihre Schultern.

"Guten Tag und willkommen in der goldenen Nachtigall." Mit einem warmen einladenden Lächeln empfang sie den Gast und deutete eine leichte Verbeugung an. "So tretet doch gerne ein in unser Haus und lasst es Euch gut gehen."

Die Rothaarige hatte sich Berengar genähert und strich ihm zärtlich über den Arm. Zog sich wieder hoflich zurück und fuhr fort mit der Begrüßung.

"Sagt... womit kann man Euch eine Freude bereiten?"

Offline Berengar von Thurstein

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Berengar nickte dem Wächter freundlich zu, löste den Schwertgurt, und überreichte dem Mann sein Wehrgehänge mit den Worten "Ich bin nicht hier, um mir über meinen politischen Stand Gedanken zu machen. Eben sowenig, wie ich auf Streit aus bin." Dann ließ er den Vorraum auf sich wirken, besah sich die Tuche, die Fresken, Mosaike, Wandbehänge und allen Schmuck, den hier allein das Gebäude zur Schau stellte. Er schloss die Augen, atmete den Duft des parfümierten Lampenöls, das Duftöl, welches jemand getragen hatte, der hier vorbei gekommen war, und ließ sich schließlich von der Stimme der herbei schwebenden Schönheit aus seiner Einkehr lösen.

"Guten Tag," sagte er ruhig, ebenfalls mit einer leichten Verbeugung, "euer freundliches und warmes Willkommen sind mir bereits jetzt eine Freude. Vielen Dank dafür." Oh ja, er kannte Häuser wie dieses, die ganz und gar nicht wie dieses waren. In seiner Zeit als Söldner hatte er viele davon gesehen. "Ich bin von Fanada aus her geritten, und bevor ich noch irgendetwas anderes brauche, bitte, lasst mir ein Bad ein, und leistet mir mit einem Buch Gesellschaft. Ich werde hier nichts genießen können, bevor ich nicht angekommen bin." Ein sachtes Lächeln folgtes einen Worten, und bei sich war er gespannt, wie sie auf einen solchen Wunsch wohl reagieren würde.
Der Krieg hinterlässt uns um so Vieles ärmer, als er uns vorgefunden hatte.

"Si vis pacem, para bellum." - Wünschst du den Frieden, rüste dich für den Krieg.

 

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