collapse

Autor Thema: Burg Goldbach , Winter 269/270  (Gelesen 1749 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Richard von Tannauer

  • Touridämon
  • *
  • Beiträge: 7
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #15 am: 01. Jun 20, 22:00 »
„Anstrengend war sie und nicht ungefährlich. Ich werde Euch heute Abend ausführlich davon berichten. Ich habe eine etwas tiefere Schnittverletzung und Friedrich hat eine Pfeilwunde abgekriegt. Wir haben alles notdürftig versorgt, aber ein Medicus sollte sich die Wunden noch einmal ansehen.“

Offline Isabeau Lioncoeur

  • In-Time - Goldbach
  • Krieger
  • *
  • Beiträge: 912
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #16 am: 03. Jun 20, 22:13 »
"Das wird ohne Probleme möglich sein."
Die drei ritten im gemächlichen Schritt über die Zugbrücke, die zu einem klassischen Fallgatter und einem von zwei Türmen flankierten Tor führte. Als sie es durchschritten, wurden sie bereits von Stallknechten und dem Hofmeister der Baronin erwartet. Die Burg selbst war offensichtlich alt, denn man konnte an den Gebäuden ablesen, dass sie im Laufe der Jahre erweitert worden war. Die Vorburg, in der sich die Ställe befanden, wurde durch eine alte, zum Teil abgetragene Mauer vom inneren Burghof abgetrennt. Dort war das Haupthaus, welches über einen hölzernen, überdachten Brückengang im ersten Stock mit dem Bergfried verbunden war.
Nachdem sie ihre Reittiere in die Obhut der Knechte übergeben hatten, erteilte Isabeau einige Befehle und sie machten sich dann auf in Richtung Haupthaus.
"Ihr werdet sofort zu eurem Quartier geleitet werden, für euren Mann wird ein Lager im Gesindesaal bereitet, es sei denn ihr wünscht ihn bei euch zu haben? Ihr habt Gelegenheit erstmal zur Ruhe zu kommen und etwas zu essen, während das Badehaus angeheizt wird. Ich werde den Medicus bitten euch aufzusuchen. Bitte, beeilt euch nicht, sondern kommt zur Ruhe. Wenn es genehm ist, dann könnt ihr mir Gesellschaft beim Abendessen leisten."
Fortiter in re, suariter in modo!
"Das ist mein voller Ernst! Um Euch zu zeigen wie ernst ich es meine würde ich es mit meinem eigenen Blut auf meine Fahne schreiben!"

Offline Richard von Tannauer

  • Touridämon
  • *
  • Beiträge: 7
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #17 am: 06. Jun 20, 23:37 »
Richard stieg aus dem Sattel. Augenblicklich zuckte der Schmerz aus dem Oberschenkel durch seinen Körper. Im Stillen verfluchte er den Burschen mit dem Eisenhut, der ihm den Schnitt beigebracht hatte.  Er humpelte zwei Schritte und probierte dabei so auszusehen, als ob es vor allem der lange Ritt wäre, der Ihm zusetzte. Derweil half ein herbeigelaufener Knecht Friedrich aus dem Sattel, der etwas mehr Schwierigkeiten hatte. Die Pfeilwunde auf der Rückseite der Schulter machte dessen rechten Arm quasi nutzlos. Er wande sich ab und lief leicht humpelnd neben Isabeau in Richtung des Haupthauses.
„Vielen Dank für die Einladung, es wäre mir eine große Freude Euch Gesellschaft zu leisten“, sagte Er. „Ich werde meine Kammer besichtigen und dann entscheiden, wo Friedrich sein Lager ausschlagen kann – das heißt wenn der Medicus mit ihm fertig ist.“
« Letzte Änderung: 09. Jun 20, 21:53 von Richard von Tannauer »

Offline Isabeau Lioncoeur

  • In-Time - Goldbach
  • Krieger
  • *
  • Beiträge: 912
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #18 am: 09. Jun 20, 21:39 »
Isabeau hatte genug Zeit in Kriegslagern und auf Schlachtfeldern verbracht um Wunden einschätzen zu können und Richards Gang schien ihr auf etwas schwereres und vielleicht sogar verschlepptes hinzudeuten. Sie raffte ihre Kleider und meinte entschuldigend:
"Je suis désolé, aber meine Säume sind voller Nässe, ich bin heute ein wenig langsam. Es tut mir leid, dass ihr auf mich Rücksicht nehmen müsst." und verlangsamte ihren Schritt.

Die Haupthalle der Burg Goldbach war der bestimmt einer der ältesten Bauteile. Sie war rechteckig und groß genug um eine Vielzahl an Menschen fassen zu können. Man betrat sie durch ein hohes, zweiflügliges Tor und sah sofort die großen Kamine an beiden Stirnseiten, in denen ein ausgewachsener Mann aufrecht stehen konnte ohne sich den Kopf zu stoßen.
An den Wänden standen breite Sitzbänke, darüber an den Wänden hingen zerhauene Rundschilde und Waffen. Man spürte ohne Probleme die nordische Abstammung der Goldbacher.
Richard wurde der Mantel abgenommen, zweifelsohne um sofort ausgebürstet und getrocknet zu werden, und ein Becher dampfenden Mulsums in die Hand gedrückt.
Er und Friedrich wurden in eines der Gästequartiere im ersten Stock gebracht, wo bereits ein Feuer entfacht worden war und Mägde das Bett bereiteten. Ihm wurde aus den Kleidern geholfen und jemand brachte warmes Wasser für die Waschschüssel. Es dauerte nur wenige Augenblicke bis der Medikus den Raum betrat und sich als Louis Svelt de Chauliac vorstellte.
Fortiter in re, suariter in modo!
"Das ist mein voller Ernst! Um Euch zu zeigen wie ernst ich es meine würde ich es mit meinem eigenen Blut auf meine Fahne schreiben!"

Offline Richard von Tannauer

  • Touridämon
  • *
  • Beiträge: 7
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #19 am: 17. Jun 20, 00:15 »
Richard war gerade sich von dem gröbsten Schmutz zu befreien, als der Mann den Raum betrat, der sich nun als Louis Svelt de Chauliac vorstellte, ein gut genährter Mann mittleren Alters, der fast genau so groß war wie Richard selbst. Er verneigte sich kurz und ließ den Blick über die Männer gleiten, über den blutgetränkten Beinling von Richard und stoppten dann auf dem blutigen blanken Rücken von Friedrich.
„Ist die Spitze des Pfeils noch im Körper?“ fragte er.
„Der Gambeson hat viel gestoppt aber der Pfeil hat ihn durchschlagen und eine Rippe getroffen“ antwortete Friedrich. „Wir haben den Pfeil herausgezogen, da er nicht tief steckte, aber die Rippe schmerzt sehr“.
„Das sehe ich mir gleich einmal an. Was ist mit Eurem Bein, Herr?“ sprach er Richard an.
„Eine Schnittwunde von einer Gleve“ sagte Richard und stöhnte als der Heiler den Beinling vorsichtig herunterschob und sich den gebrochenen Wunschschorf ansah, aus dem es leicht blutete.
„Das ist ein recht tiefer Schnitt, mein Herr. Ich werde die Wunde öffnen, säubern und neu vernähen müssen aber zuerst würde ich die Wunde Eures Knechtes genauer ansehen.“
Richard nickte und setzte sich. Sein Bein schmerzte. Er stützte sich mit den Armen nach hinten ab, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen.
Eine Weile später humpelte er in Badehaus der Burg, die Wunde an seinem Bein war frisch versorgt und vernäht. Zu Laufen schmerze, aber das warme Bad wollte er sich auf keinen Fall nehmen lassen. In dem Badehaus warteten mehrere Zuber auf ihn. Ein kleiner Baldachin über jedem einzelnem gewährte den Insassen ein wenig etwas Privatsphäre. Er stieg mit der Hilfe eines Knechts in einer dieser Zuber und arrangierte sein Bein so, dass die Wunde nicht im Wasser lag.

Offline Eponine

  • Touridämon
  • *
  • Beiträge: 26
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #20 am: 22. Jun 20, 19:02 »
Die Nachricht, dass unerwarteter Besuch eingetroffen war, hatte sich wie ein Lauffeuer in der Burg herumgesprochen und einige Teile des Haushaltes in einen emsigen Bienenstock verwandelt. Ein Bienenstock, der in der Regel wie ein gut geöltes Uhrwerk lief. Trotzdem ließ es sich die Femme de chambre der Baronin nicht nehmen zu überprüfen, dass alles für die Gäste bereitstand - besser man behob kleine Mängel sofort, bevor Madame das anordnen musste.
Am Badehaus angekommen, runzelte sie überrascht die Brauen. "Pardon, aber wo, bei Lavinias Güte, sind alle Handtücher?" Die Mägde versuchten noch einen Moment, die Geschichte aufrecht zu erhalten, dass wirklich ausnahmslos alle Handtücher leider gerade in der Waschkammer seien, verrieten sich aber durch nervöses Kichern im Hintergrund. Eponine brauchte einen Moment, um die Punkte zu verbinden und musste dann ein Schmunzeln unterdrücken. "Ihr werdet jetzt sofort die Handtücher holen. Der arme Chevalier ist müde und verletzt - heute wird er nicht ohne Handtuch aus dem Badehaus kommen." Heute nicht, dachte Eponine und sah den davoneilenden und noch immer kichernden Mägden nach, bevor sie sich wieder auf den Weg machte um sicherzustellen, dass die Gästezimmer auch wirklich bezugsfertig waren und nicht etwa die Bettdecken auch alle 'in der Wäsche'.

Offline Isabeau Lioncoeur

  • In-Time - Goldbach
  • Krieger
  • *
  • Beiträge: 912
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #21 am: 25. Jun 20, 22:29 »
Der Chevalier bekam etwas Zeit sich zu entspannen, bevor der Zuberknecht wieder erschien und ein Brett über den Zuber legte, auf dem er einen Becher mit Wein und Teller mit herzhaften Kleinigkeiten und Obst platzierte. Das verwundete Bein erhielt ein Kissen, damit es nicht auf dem Wannenrand auflag und es wurde heißes Wasser nachgegossen.
Isabeau erschien kurze Zeit darauf und ließ sich auf einem bequemen Stuhl in seiner Nähe nieder. Sie trug einen bequemen Klappmantel aus Seide über einem langen Untergewand, das Haar war unter einem leichten Schleier hochgesteckt, so dass die schwüle Luft des Badehauses nicht unangenehm wurde.
"Fühlt ihr euch besser, Chevalier? Ist alles zu eurer Zufriedenheit? ich hoffe, euch ist wohl Besuch im Bad zu empfangen?"
Fortiter in re, suariter in modo!
"Das ist mein voller Ernst! Um Euch zu zeigen wie ernst ich es meine würde ich es mit meinem eigenen Blut auf meine Fahne schreiben!"

Offline Richard von Tannauer

  • Touridämon
  • *
  • Beiträge: 7
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #22 am: 01. Jul 20, 13:40 »
„Das Bad ist ein wahrer Segen“, er nickte zu dem leergeputzten Brett auf dem Zuberrand. „Ich hatte gar nicht gemerkt wie hungrig ich gewesen bis Euer Knecht mit hier diese kleine Aufmerksamkeit gebracht hatte. So langsam fühle ich mich wieder wie ein Mensch.“
Er rückte etwas hin und her, die seltsame Position mit dem einen Bein außerhalb des Wassers machte es herausfordernd, eine auf längere Zeit angenehme Sitzposition zu finden.
„Entschuldigt noch einmal, dass ich hier so plötzlich und unangemeldet hereingeschneit bin, ich hoffe ich bereite Euch nicht allzu große Umstände.“

Offline Isabeau Lioncoeur

  • In-Time - Goldbach
  • Krieger
  • *
  • Beiträge: 912
Antw:Burg Goldbach , Winter 269/270
« Antwort #23 am: 01. Jul 20, 14:29 »
Isabeau winkte lächelnd ab:
"Umstände? Welche Umstände? Ihr bringt Neuigkeiten und Kurzweil für die langen Winterabende, Chevalier! Ich bin dankbar, dass ihr mich in meinem Heim besucht. Der Medikus hat mir von eurer Wunde berichtet. Es hätte nicht viel gefehlt und sie hätte sich entzündet. Wollt ihr mir von eurer Reise berichten?"
Fortiter in re, suariter in modo!
"Das ist mein voller Ernst! Um Euch zu zeigen wie ernst ich es meine würde ich es mit meinem eigenen Blut auf meine Fahne schreiben!"

 

* Neueste Beiträge: