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Autor Thema: So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.  (Gelesen 3826 mal)

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Offline Lorainne

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #90 am: 19. Mär 20, 20:31 »
Das Alter war Schuld an seinen unruhigen Nächten und dass er meist schon lange vor Sonnenaufgang auf den Beinen war, da er ohnehin nicht mehr einschlief.
Meist schlief er dann am Tage in der Schreibstube ein, wenn er zu lange über den Papieren brütete, aber jeder tat so, als würde er es bemerken.
So war der Tag schon durchgeplant, Mägde rumirten im Haus um die Halle zurecht zu machen, Knechte schoben Tische und Bänke umher. Nur auf der kleinen Wiese, wo in der Nähe des Baumes nicht nur die Gedenksteine für Catherine und Jules der ka Gollye aufgestellt waren, sondern auch für Nennen der Kyme, ließ sich niemand blicken. So geschäftig es im Haus war, so ruhig war es hier draußen.

Offline Bran

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #91 am: 20. Mär 20, 11:22 »
Als der Hof zu Leben erwachte und die Geräusche von klapperndem Kochgeschirr, dem Lachen von Kindern und allgemeiner Betriebsamkeit das Haupthaus erfüllten wurde auch Bran wach. Nach einem Schluck Wasser und einer schnellen Katzenwäsche zog er seine gutes, grünes Hemd an und warf seinen Umhang drüber. Er hatte dem Wein gestern nur mäßig zugesprochen, die Stimmung hatte nicht zu einem Gelage gepasst, und so war er erstaunlich wach.
Als er in der Küche nur zwei Mägde antraf, welche ihm sagen konnten, dass die anderen wohl draußen im Hof stünden, begab er sich auch nach draußen.
Die Sonne hatte den Kampf gegen den Nebel schon beinahe gewonnen. Doch einige Schwaden lagen noch über den Wiesen und Wäldchen der Umgebung. Es war ein durch und durch friedlicher Morgen. Er summte leise eine getragene Melodie, als er zu den anderen trat.
"Grüße zusammen. Wie war die Nacht?"
Double Tap!!!

Offline Francois

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #92 am: 21. Mär 20, 11:58 »
„Bonjour! Habe schon schlechter geschlafen.“

Francois war vor dem ersten Kaffee nie gesprächig, und an Tagen wie diesem noch weniger. Er stand also mit verschränkten Armen an der Mauer und wartete ersteinmal wie der morgendliche Ablauf hier wäre. Vielleicht  ähnlich wie auf Goldbach.

Und er hasste es, auf Dinge warten zu müssen...
„Foi jusqu´au dernier“

Offline Ulrich

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #93 am: 25. Mär 20, 17:52 »
Das Klopfen hatte ihn aus dem Halbschlaf gerissen und in windeseile hatte er alles angelegt was man so brauchte. Darauf hin war er zu den anderen im Hof gestoßen.

"Guten Morgen! Wie ich sehe sind alle schon wach. "

Er sah sich kurz auf dem Gehöft um und sah die wuselnde Dienerschaft hier und da zu Werke gehen.

"Und nun?"
Im Krieg werden mutige Menschen Helden.
Feiglinge kehren lebendig nach Hause zurück.
(Andrija Talic)

Offline Berengar von Thurstein

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #94 am: 25. Mär 20, 20:38 »
Als sie nun alle vereint waren, sah Berengar in die Runde, nickte wie um sich selbst zu versichern, dass es nun so weit war, und sagte dann ruhig "Wir sind ja nicht ohne Grund her gekommen. Ich denke, es ist nun Zeit." Er machte eine einladende Geste mit der freien Hand, und nach einem kurzen Augenblick, setzte er sich ohne eile in Bewegung. Auf dem Weg ließ er den Blick schweifen, sah gelegentlich zu den anderen, und wurde umso gelöster und irgendwie friedvoller, je näher es zum Baum hin ging. Schließlich blieb er stehen und besah sich die Disteln, und den Baum, und den gesamten Ort, lauschte dem Wind und lächelte sacht.

"Hallo Lorainne, bitte verzeih mir, dass es so lange gedauert hat. Schau, ich habe dir Freunde mitgebracht. Oder sie mich, irgendwie stimmt wohl beides. Da sind Enid und Francois, Bran und Ulric. Von Anders soll ich dir liebe Grüße bringen, und dir sagen, dass sie schon zurecht kommt. Du sollst dir keine Sorgen machen." Seine Stimme klang beinahe so, als würde er sie vor sich stehen sehen. "Wenn ich mir deinen Hof so ansehe, dann glaube ich, er ist in guten Händen. Fulk ist unermüdlich und wirkt so unverwüstlich. Alle hier sind freundlich und haben uns gut aufgenommen. Schön hast du es hier..." Kurz schwieg er. Nun musste er doch kurz an sich halten und sah die anderen an. Eine Mischung aus Erlösung und Ratlosigkeit in seinen Zügen.
"Der Krieg hinterlässt uns um so Vieles ärmer, als er uns vorgefunden hatte."

"Jemand, der behauptet, er kenne keine Furcht, ist entweder ein Narr, oder ein Lügner."

Offline Francois

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #95 am: 28. Mär 20, 12:59 »
Francois war froh, als das Warten endlich ein Ende hatte, und noch mehr, dass Berengar das Wort ergriff. Als dieser jedoch  stockte, musste nunmal jemand einspringen...

„Alors, wir sind hier um euch wissen zu lassen, dass ihr nicht vergessen werdet, und dass der Kampf, den wir damals alle angefangen haben, weitergeführt wird. Eurem Mündel geht es gut, sie wächst und gedeiht und viele Menschen auf Goldbach haben sie in ihr Herz geschlossen.“

Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Und ich bitte um Verzeihung,Chevaliere, dass ich es erst jetzt fertig bringe, vor euch zu treten...“
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Offline Tabea

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #96 am: 29. Mär 20, 21:33 »
Erleichtert darüber, dass Berengar sie von der unangenehmen Warterei erlöste setzte auch Enid sich sofort in Bewegung. Die Nähe ihrer Bundesgenossen beruhigte sie etwas. Als sie den kleinen Hof mit dem knorrigen Baum betraten wanderten ihre Augen über das Gras mit den Disteln. Sie hörte Berengars und Francois Worten zu und ging danach behutsam zu dem alten Baum, wobei sie sorgsam daruaf achtete, keine Disteln zu beschädigen. Ihr war nicht nach lautem Reden, stattdessen legte sie eine Hand auf den Stamm und schloss die Augen.
Sie dachte an die Schneeflocken, die bei ihrem letzten Besuch hier gefallen waren, und stellte überrascht fest, dass ihre Wangen diesmal trocken geblieben waren. Sie spürte die rauhe Baumrinde unter ihrer Hand und die Wärme der Morgensonne auf ihrem Gesicht und spürte einen Hauch von Frieden.

Offline Berengar von Thurstein

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #97 am: 31. Mär 20, 06:43 »
Als Francois seine Entschuldigung vorbrachte, legte ihm Berengar nach kurzem Zögern eine Hand auf die Schulter und drückte diese sacht. Er selbst hatte keine fünf Schritt von Lorainne entfernt im Kampf gestanden, als sie so schwer verwundet wurde, dass man sie vom Schlachtfeld weg etwas abseits abgelegt hatte, bis sie würde geborgen werden können... was zu diesem ganzen Unglück geführt hatte. Er selbst fühlte sich immer noch schrecklich, egal was man ihm auch gesagt hatte. Sie hatten immer für einander einstehen wollen, und obwohl er älter, langsamer und kein so guter Kämpfer wie die Chevaliere war, hatte er überlebt. Einfach aus Glück. Oder vielleicht Vorsehung.

Er atmete einmal tief durch drückte erneut sacht Francois Schulter. Dann ließ er von dem Kameraden ab und sah Bran und Ulric nachdenklich an. Die Leere, die er noch vor einer Weile in sich gefühlt hatte, schien sich allmählich mit Ruhe und Frieden zu füllen. Beinahe fühlte es sich an, als würde eine brandige Wunde endlich beginnen zu heilen.
"Der Krieg hinterlässt uns um so Vieles ärmer, als er uns vorgefunden hatte."

"Jemand, der behauptet, er kenne keine Furcht, ist entweder ein Narr, oder ein Lügner."

Offline Francois

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Antw:So ziehen sie hin nach Caldrien. Zum Grabe hin.
« Antwort #98 am: 04. Apr 20, 16:34 »
Einer nach dem Anderen sprach seine Worte und liess die Chevaliere wissen, dass sie nicht allein war.
Dann begaben sie sich in die Küche und nahmen ein gutes Frühstück zu sich.
Hiernach sah Francois sich ein wenig auf dem Anwesen um, unterhielt sich mit dem einen oder anderen und begab sich dann vor das Tor, um sich den Aussenbereich anzusehen. Bis zum Abend war es noch eine lange Zeit...
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