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Charakterdatenbank / Antw:Verena Hagelsturm
« Letzter Beitrag von Falk Jares am Heute um 13:31 »
Falk:
Wie sind sehr unterschiedlich und ich grüble oft ob ich ihre Existenz gut finden darf oder nicht. Aber als ich dort am Boden lag bei dem Versuch die Herrin des Waldes aus dem Netz zu ziehen und ich sie neben mir hört wie sie voller Inbrunst ihr Zauberformel rief und versuchte dieses Netz zu zerstören, das hat mich sehr beeindruckt. Sie hat sich damit in eine wirkliche Gefahr gebracht, denn wir sind dort alle nur knapp dem Tod entgangen. Sie hat ihr Leben für diesen Wald riskiert und das rechne ich ihr hoch an. Vielleicht war dies ein Zeichen der großen Mutter dass ich das, was sie ist akzeptieren kann.
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Hier und dort in Tangara / Antw:Die letzte Schu'Kai Kargul
« Letzter Beitrag von Schangra am Gestern um 09:57 »
Alles war wie immer und doch anders. Die ersten Tage der Schu’Kai Kargul verbrachte Schangra auf Wanderschaft, sorgsam darauf achtend keine existierenden Wege zu wählen. Es schneite leicht und nach seiner Einschätzung würde sich das Wetter in den nächsten Tagen noch verschlechtern, also musste er sich Fell besorgen, wenn er nicht unterkühlen oder gar erfrieren wollte. Entweder waren die Winter in Silvanaja milder oder sein Vater hatte recht behalten und Häuser machten die Menschen weich. Im Grunde wars auch Einerlei, die Großaxt musste auf jeden Fall die Augen nach Spuren von Tieren offen halten, was bei der leichten Schneedecke kein allzu großes Problem darstelle. Er konnte deutlich die halbwegs frischen Hufabdrücke eines Rehs entdecken, welches scheinbar in dieselbe Richtung unterwegs war wir er.
Der Schneefall verebbte und er suchte sich in der Nähe eine Kuhle die von einem Findling flankiert wurde, machte ein kleines Feuer und döste an den Findling gelehnt bis zur Dämmerung. Er träumte und sein Traum war ein Unruhiger, gefüllt mit wirren Bildern eines Risses, einer Ritterin in Grün deren Gesicht er nicht sehen konnte. Begleitet wurden die Bilder von dämonischen Stimmen und der kakophonischen Musik die in jedem Lazarett zu hören war, angsterfülltes Stöhnen, schmerzgetriebene Seufzer und panische Schreie. Als die Sonne unterging, wachte er auf und kaum war er sich des Zwielichts bewusst, schon stand er auf und trat die letzten Überreste der Glut aus und machte sich an die Verfolgung der Spuren, jetzt war keine Zeit über die Bedeutung des Traums zu sinnieren, oder irgendwelchen Gedanken hinterher zu hängen. Es versprach eine klare Nacht zu werden mit perfekten Voraussetzungen um den Spuren weiter zu folgen. Unterwegs nahm Schangra einen etwa faustgroßen Stein auf, denn vorher geschaffene Waffen störten das Gefüge einer Schu’Kai Kargul.
Es war mitten in der Nacht, als der Barbar 30 Schritte vor sich das schlafende Tier entdecken konnte. Es war ein mittelgroßer Hirsch der es sich an der Seite eines Gebüsches gemütlich gemacht hatte. Schangra hatte großen Hunger und ihm war kalt, es war wichtig für ihn dieses Tier zu erlegen, vielleicht hing sogar sein Leben davon ab. Also schlich er sich an, mit dem Plan dem Vieh den Schädel einzuschlagen, ein lauter Knacks, etwas Blut und alles wäre vorbei für das Tier. So einfach stellte er es sich vor, also schlich er voran, die Augen auf seine Beute fixiert.
Noch 20 Schritte. Wäre der Schnee höher wäre das komplette Unterfangen sinnlos, da das Knirschen zu laut wäre.
Noch 15 Schritte. Das Tier zuckte mit den Beinen, Schangra hielt inne aber es träumte wohl nur.
Noch 10 Schritte. Schangra lief das Wasser im Munde zusammen bei dem Gedanken an das Fleisch.
Noch 5 Schritte. Er war fast nahe genug um mit einem Satz das Tier anzuspringen.
Noch 3 Schritte. Schangras Magen fing an zu brüllen, der Hirsch schlug die Augen auf und starrte ihn direkt an. Ohne nachzudenken schleuderte der Barbar den Stein, welcher das Geweih des Hirsches traf, während er versuchte aufzustehen. Das brachte ihn lange genug aus dem Gleichgewicht damit Schangra nach vorne federn, ihn am Geweih packen und den Hals mit einem Ruck und unter Hilfe des Gewichts des Barbaren umdrehen konnte. Ein lautes Knacken erschallte und der Hirsch verlor jegliche Körperspannung. Der Rest war Routine, Fell abziehen, Gedärme ausweiden, Fleischbrocken von anderen Fleischbrocken lösen.
Der Rest von Schangras Reise zum Wal von Arden verlief ähnlich, mal mehr mal weniger erfolgreich.
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Das Herzogtum Hanekamp / Burg Mühlental Sitz der Familie von Mühlenbruch
« Letzter Beitrag von Arienne am 22. Mär 19, 20:21 »
"Ein Abenteuer geginnt"

Es war später Nachmittag am 14 Tag des 5 Monats im Jahr 268 n.J.


Es klopfte an der Tür zu Ariennes Zimmern. Sie legte das Buch weg und rief: „Tretet ein!“
Ein Diener ihres Vaters trat ein und verneigte sich: „ Ich grüße euch Arienne, euer Vater schickt mich. Er erwartet euch alsbald in seinem  Studierzimmer.“
Arienne lauschte den Worten des Dieners und fragte diesen: „Hat mein Vater gesagt, warum er mich sprechen möchte?“
„Nein, das hat er nicht. Seinem Ton nach zu urteilen, ist es aber etwas Wichtiges.“
„Hmm… Sag meinem Vater ich werde mich umziehen, dann komme ich zu ihm.“
„Das werde ich“, der Mann verneigte sich und verließ das Zimmer.

Arienne verdrehte die Augen als der Diener die Türe hinter sich geschlossen hatte. Sie hatte eine Vermutung was ihr Vater mit ihr bespreche würde. Die Dienerschaft tuschelte hinter ihrem Rücken seit dem Ball Anfang des Monats.

Sie stand auf und ging in ihr Schlafgemach. Dort klopfte sie an die hinter einem Wandteppich verborgene Tür zum Zimmer ihrer Dienerinnen. „Mona, Anne bitte kommt ich muss mich umziehen.“
Das Rücken von Stühlen  sagte ihr, dass die beiden jungen Frauen unterwegs waren.
Sie ging hin über zur Garderobe und löste die Knoten der Wickelhose. Die beiden Frauen kamen schnell heran: „Na aber Arienne, du musst dich nicht selbst entkleiden“,  sagte Anne und Mona fügte hinzu: „Dafür sind wir doch da. Was gibt es das du dich so früh vor dem Abendessen schon wieder umziehst?“
„Mein Vater möchte mich sprechen. Ihr wisst ja, wie der dazu steht, dass ich Hosen tragen“, antwortete Arienne und trat ein paar Schritte vor, damit Mona die Hose aufheben konnte. 
Anne hatte derweil den Schrank geöffnet: „Was darf es sein meine Dame?“
Arienne drehte sich um und ließ ihren Blick über die Kleider im Schrank gleiten. „Das grüne da, das dritte von links, lass mich das mal sehen, ich glaube das hatte ich länger nicht mehr an oder?“ Sie schaute ihre Dienerinnen an. Mona, die die Hose in eine der Schubladen der Kommode neben dem Kleiderschrank gelegt hatte kam heran.  Anne zog das Kleid aus dem Schrank, hielt es sich an und sagte neckisch: „Das würde mir bestimmt gut stehen“, ehe sie es Arienne präsentierte. „Du bist viel zu dürr dafür Schwesterchen“, gab Mona zurück und musterte Arienne. „Ja das grüne hattest du länger nicht mehr an und es steht dir sehr gut.“
Es dauerte nur wenige Minuten bis die zwei Dienerinnen Arienne umgezogen hatten. Danach kümmerte sich Mona um die Haare während ihre Schwester nach Schuhen suchte und Arina beim Anziehen derselben half. „So fertig“, sagte Mona und trat vor Arienne und half ihr auf, „ja so kann ich dich zu deinem Vater lassen.“
Arienne ging zum Spiegel hinüber und musterte sich: „Ja das sieht gut aus. So kann ich vor meinen Vater treten.“ Sie seufzte und drehte sich vom Spiegel weg. „Mona, Anne vielen Dank. Wir sehen uns dann später."

Die beiden jungen Frauen entfernten sich und verschwanden durch die Tür in ihr Zimmer.
Arienne seufzte erneut und ging zurück ins Empfangs- und Lesezimmer. Sie machte ein paar tiefe Atemzüge ehe sie auf den Gang hinaus trat und sich auf dem Weg zum Studierzimmer ihres Vaters machte.
Auf dem Weg dorthin grübelte sie ein wenig darüber worüber ihr Vater mit ihr sprechen würde. „Es sind recht viele Junggesellen von Stand auf dem Ball Anfang des Monats gewesen… Vater wird doch nicht…“

In Gedanken versunken lief sie am Studierzimmer ihres Vaters vorbei. Erst am Quergang zur Treppe viel es ihr auf. Mit einem Seufzer drehte sie sich rum und ging zurück. Na wenigen Schritten erreichte sie die Türe des Studierzimmers. Sie klopfe und wartete auf eine Antwort.
„Arienne bist du das? Komm bitte herein“, drang die Stimme ihre Vater durch die Türe.
Sie öffnete die Türe und trat ein. Nachdem sie die Türe hinter sich geschlossen hatte, sah sie zu ihrem Vater und neigte den Kopf: „Hallo Vater.“
Der Herr des Hauses, Johann von Mühlenbruch ist ein Mann mittleren Alters. Er saß in einem der Lehnstühle am runden Lesetisch. Seine schwarzen Haare zeigte nur wenig grau im Gegensatz zu seinen schon fast völlig ergrauten Schnurrbart. Anders als viele Ritter seines Alters hatte er keinen Wohlstandsbauch angesetzt und war immer noch schlank.
Arienne bemerkte erstaunt und etwas irritiert, dass auch ihre Mutter anwesend war. Sieglinde von Mühlenbruch war nur ein paar Jahre jünger als ihr Mann. Ihr langes rehbraunes Haar trug sie zu einem von grauen Strähnen durchzogenen Zopf geflochten der frei über den Rücken fiel. Sie lächelte ihrer Tochter zu.
„Meine liebe Tochter, steht doch nicht so erstarrt da, komm rüber und setzt dich zu uns.  Delia hat uns einen Kuchen und Tee gemacht.“
Arienne lächelte und ging zu ihren Eltern hinüber und setzte sich in den freien Lehnstuhl. Sie war froh, dass ihr Vater nicht direkt sein Anliegen vorbrachte und sich ein Stück vom Kuchen nahm.
Der angenehm warme Kräutertee half Arienne dabei ihre Nervosität zu mindern.
So saßen die drei eine Weile schweigend  bei Tee und Kuchen zusammen.

Nachdem Johann von Mühlenbruch seinen leeren Teller zurück auf das Tischen gestellt sah er erst zu seiner Frau bevor den Blick seiner Tochter zuwandte.
„Arienne, meine Liebe“, begann er, „wie hat dir der Ball bei Herr von Katzsprung zum 1. Mai gefallen?“
Die junge Frau war kurz verwirrt antwortete dann aber ihrem Vater: „Der Ball war sehr schön. Das Essen war mal wieder sehr lecker und auch die Barden haben sehr schön aufgespielt“, sie lächelte und fuhr fort, „eine Sache gab es da die mir aufgefallen ist, weil es anders war als auf den bisherigen Bällen…. . … Es waren dieses Mal deutlich mehr Junggesellen von Stand aus den umliegenden Ländereien anwesend. Und wenn ich mich nicht täusche, habe ich sogar einen Ritter mit seinem Knappen aus Middenfelz gesehen. Die kamen kaum alle zum Tanzen, da wir dieses Mal nicht annähernd genug Damen waren.“ Sie lächelte wieder, als sie an die teils schüchternen teils etwas übermütigen jungen Männer dachte.
Das Gesicht ihres Vaters rührte sich kaum während sie sprach. Ihre Mutter hingegen hatte anfangs auch gelächelt war Ariennes Blick aber dann ausgewichen.
Für einen kurzen Moment herrschte Schweigen im Raum und man hörte nur einen der Hunde auf dem Hof bellen.
„Das hast du gut beobachtet. Ich habe den Herren von Katzsprung gebeten sie alle einzuladen und wie dir sicherlich ebenfalls nicht entgangen ist waren die Väter oder die Ritter bei denen sie im Dienst stehen dabei,“ Er machte eine Pause um einen Schluck zu trinken.
Arian seufzte und atmete hörbar aus.
„Ich möchte ehrlich zu dir sein Arienne, meine Eidgenossen haben mich schon oft darauf angesprochen,  warum ich meine Tochter noch nicht wieder jemandem versprochen habe.  Ich möchte dir Freiheiten lassen, aber ich kann auch nicht meinen Ruf und mein Ansehen deswegen riskieren. Ich habe lange nicht gewagt den nächsten Schritt zu gehen. Die vielen jungen adeligen Männer waren da, weil ich hoffte, dass einer dabei ist der dir gefällt. Ich möchte dich nicht irgendeinen vorsetzen nur um für unsere Familie das Beste aus der Verbindung herauszuholen“, er machte eine Pause, trank vom Tee und sah zu seiner Frau.
 Arienne war sprachlos, ihre Befürchtung war also wahr. Sie atmete tief ein und aus um sich zu sammeln und folgte dem Blick ihres Vater hin zu ihrer Mutter.
Sieglinde erwiderte den Blick ihres Gemahls.  In ihrem Gesicht zeigte sich Skepsis, sie wusste wohl  um die nächsten Worte ihres Mannes.
Johann von Mühlenbruch seufzte und sah wieder seine Tochter an: „Mein liebste Tochter ich möchte das du baldmöglichst einen Mann findest und heiratest, am liebsten noch vor Ende des Sommers, allerspätestens aber  zum Frühjahrsfest im nächsten Jahr. Deswegen werde ich zu deinem Geburtstag einen Ball ausrichten und meinerseits die unverheirateten Söhne unserer Nachbarn einladen.“
Arienne wandte ihren Blick zu Boden. Sie war fassungslos und atmete verärgert ein und aus. ‚Papa tut es wirklich. Er will mich verheiraten! Kann er mir das nicht früher sagen. Vielleicht hätte ich dann dem einen oder anderen mehr Aufmerksamkeit geschenkt. ‘ 
„Entschuldigt mich einen Moment“, sie stand auf, ging zum Fenster öffnete es und setzte sich auf die Fensterbank. Zurückgelehnt schloss sie für ein paar Augenblicke die Augen und genoss die Sonne, die nach dem Regen am Morgen nun wärmend am Himmel stand. ‚Hmpf er hatte mir damals versprochen, dass ich die Welt bereisen darf, wenn ich alt genug sei. Bisher habe ich aber nicht viel gesehen von der Welt. Vielleicht kann ich ihn ja überzeugen mich gehen zu lassen auf eine Reise durch Engonien. Und danach dann könnten wir nochmal über das Thema Hochzeit reden…‘
Sie spürte eine Bewegung und öffnete die Augen. Ihre Mutter war herübergekommen: „Arienne, sei deinem Vater nicht böse. Du weißt er will dir nichts Böses.“
Ariennes Sicht wurde verschwommen worauf sie die Augen fest zusammen kniff und dann die aufsteigenden Tränen wegwischte.
„Komm her meine Kleine“, ihre Mutter zog sie von der Fensterbank hoch und umarmte sie.
Arienne seufzte und erwiderte die Umarmung. Sie tat sich schwer die Tränen bei sich zu behalten und hätte es fast geschafft, doch ein warmer Tropfen fiel auf ihren Hals und sie konnte sie nicht mehr halten. Nach einem viel zu kurzen Moment löste ihre Mutter die Umarmung und schob Arienne zurück auf die Fensterbank. Sieglinde setzte sich ihrer Tochter gegenüber. Kurz sah sie zu ihrem Gemahl herüber, der resignierend den Blick erwiderte.
Arienne hatte ihren Blick für den Moment nach draußen gewandt und war schon wieder in Gedanken.  Ihre Mutter holte sie zurück in dem sie die Hände ihrer Tochter ergriff: „Hör mir zu Arienne, im Leben läuft nicht alles nach Plan. Ich hätte sehr gerne die Freiheiten genossen, die du hattest. Ich muss gestehen, ich wusste schon länger von den Plänen deines Vaters, er bat mich dir nichts davon zu erzählen.  Aber ich  habe mit meinen Damen darüber gesprochen und sie sind fast alle der Meinung, dass du noch nicht bereit bist. Du seist oft noch viel zu ungestüm meinte Greta, es wäre schwierig einen passenden Mann zu finden. Darin waren sich alle einig. Agnes brachte an, dass du immer davon geredet hast eines Tages Engonien zu bereisen und vielleicht sogar weitere Länder. Sie meint es wäre gerade jetzt gut zu Reisen, mit dem Sommer vor der Tür. Vielleicht lässt dein Vater dich ja ziehen, wenn du ihm zusagst danach zu heiraten.“
Ariennes Stimmung hellte sich wieder auf: „Übers verreisen habe ich auch schon nachgedacht.  Ich hätte nicht von Agnes gedacht, dass ausgerechnet sie das Thema anspricht“, sie lächelte als sie an die ältere Dame dachte, die sich um sie und ihren Bruder wie eine Großmutter gekümmert hat als beide noch Kinder waren. Sie schaute für einige Augenblicke aus dem  Fenster und dachte nach. Dann schaute sie wieder ihre Mutter an: „Mir ist eben wieder eingefallen, dass Vater mal gesagt hat, dass wenn ich alt genug bin dürfte ich mit ihm reisen.  Also nicht bloß in der Kutsche sondern richtig zu Pferd. Dazu wird es wohl nicht mehr kommen.“ Arienne seufzte und wandte ihren Blick erneut für einige Momente nach draußen.
Sieglinde stand auf und legte ihrer Tochter die Hand auf die Schulter und sah sie an: „Ich möchte dir nicht vorschreiben, was du zu tun oder zu lassen hast. Ich gebe dir nur einen Rat: Folge deinem Herzen, wenn es dich in die Ferne zieht, halte ich dich nicht auf.“
Arienne legt ihre Hand auf die ihrer Mutter und lächelte. „Danke Mama“, sagte sie leise und stand auf um sie zu umarmen.
Nach ein paar Augenblicken lösten sie die Umarmung und Sieglinde ging zurück zum Tisch während Arienne noch ein wenig am Fenster verharrte.

„Und worüber habt ihr geredet?“ fragte Johann seine Frau. Diese sah ihn an und erwiderte: „Das kann unsere Tochter dir selbst erzählen wenn sie wieder bei uns sitzt.“  Etwas mürrisch griff der Ritter zu seiner Tasse, nahm einen Schluck Tee und warte drauf, dass seine Tochter zum Tisch zurückkehrte.

Arienne hörte das Gespräch nur halb, sie war zu sehr in Gedanken.  Den Blick  über die Burgmauern hinweg zum Horizont gerichtet, überlegte sie wie sie ihre Entscheidung ihrem Vater am besten mitteilte. Schließlich hatte sie die richtigen Worte gefunden,  stand auf und ging zu ihren Eltern zurück.
Sie setzte sich nicht sondern blieb neben dem Sessel stehen auf dem sie vorhin gesessen hatte. Die junge Frau schaute ihren Vater direkt an.
„Setz dich doch Arienne, meine Liebe“, startete er die Unterhaltung.
„Danke aber ich stehe gerade lieber“, erwiderte Arienne.
„Na wenn du meinst. Ich möchte gerne wissen worüber du dich mit deiner Mutter unterhalten hast.“
„Wir haben darüber geredet, dass du mir deine Pläne für mich vorenthalten hast. Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich das nicht gut finde.“
„Ja das kann ich, aber ich wollte dich nicht damit belasten, dass du den Ball nicht genießen kannst.“
„Den Ball nicht genießen?  Das hätte  auch wenn ich es gewusst hätte und vielleicht hätte ich dem einen oder anderen den Tanz nicht verwehrt. “
„Ah na jetzt weißt du es ja und kannst dir die jungen Männer auf dem nächsten Ball genauer ansehen“, er machte eine Pause um am Tee zu nippen, „und worüber habt ihr noch gesprochen?“
Arienne sah kurz zu ihrer Mutter und dann wieder zu ihrem Vater: „Ich werde verreisen Vater. Du hast mir schon vor Jahren versprochen mich mit auf eine deiner Reisen zu nehmen, wenn ich alt genug bin. Aber bisher hast du dieses Versprechen nicht eingelöst. Ich finde ich bin alt genug und werde ohne dich das Land bereisen, denn ich sehe nicht, dass du mich in nächster Zeit mitnehmen wirst.
Zu meinen Plänen: Ich habe gehört wie einige der jungen Männer auf dem Ball von der Suche nach Reliquien von Jeldrik gesprochen haben. Leider wollten sie nicht mit mir darüber reden. Mir gefällt die Idee  auf die Suche nach Reliquien zu gehen und habe beschlossen mehr darüber in Erfahrung zu bringen.“

Johann von Mühlenbruch verschluckte sich fast an seinem Tee: „Du willst also auf Reliquiensuche gehen? Das ist nicht dein Ernst oder? Und was ist dann mit der Hochzeit?“
„Ich meine es ernst  Papa. Ich möchte mich nicht mehr nur hier auf unserem Land  bewegen. Ich möchte die Welt sehen, bevor ich heirate. Ich werde meine Reise machen und danach können wir uns nochmal über eine Hochzeit unterhalten.“
„Du sagst mir also ernsthaft, dass ich den Ball in zwei Wochen absagen soll? Wie stehe ich denn da?“
„Ja du kannst den Ball absagen, denn ich werde nicht da sein. Ich plane bald möglichst abzureisen, “ antwortete Arienne pampig, ihre Stimme zitterte dabei leicht, aber sie nahm es gar nicht war.
Der Ritter stellte ungläubig seine Tasse auf den Tisch und sah von seiner Tochter rüber zu seiner Frau und wieder zurück während er sprach: „Ich weiß ja nicht wie deine Mutter dazu steht aber mir gefällt die Idee nicht. Ich finde du solltest besser hier bleiben und meinen Vorschlag folgen, ich komme dir auch entgegen und gebe dir mehr Zeit mit dem heiraten. Sagen wir ein Jahr kannst du dir die infrage kommenden  jungen Adelsmänner ansehen.“
Arienne sah zu ihrer Mutter, die den Blick erwiderte aber nur mit den Schultern zuckte. Sie wandte sich wieder zu ihrem Vater: „Hast du mir zugehört ? “ Sie merkte wie sie mit den Tränen kämpfte und wollte sich keine Blöße vor ihrem Vater geben.
„Das habe ich Arienne. Ich habe meine Meinung geäußert, wenn du meinst, dass du alt genug bist und das Zeug dazu hast Informationen zu den Reliquien zu finden, dann mach es!“ seine Stimme klang nun aufgebracht aber auch eine leicht Unsicherheit klang mit. „Aber beschwer dich nicht wenn du schon nach 1 Woche wieder hier stehst und doch lieber mein Angebot annimmst“, er war aufgestanden und sprach die letzten Worte beinahe über seine Tochter hinweg.
Arienne sah ihren Vater direkt an: „Gut dann sind wir uns ja einig. Wir sehen uns dann beim Abendessen.“ Sie nickte knapp und verließ das Zimmer.
Verärgert ging sie zurück in ihr Zimmer. Dort konnte sie ihren Tränen freien Lauf lassen. Warum sie weinte war ihr nicht ganz klar. Ob aus Ärger und Wut über ihren Vater, sich selbst oder über die ganze Situation. Schließlich beruhigte sie sich wieder und  dachte über das Gespräch mit ihrem Vater nach. Ihren anfänglichen Plan gleich noch in die Stadt zu gehen und nach einer Mitreisemöglichkeit zu suchen vertagte sie auf den kommenden Tag.

Beim Abendessen herrschte betretenes Schweigen.

Am nächsten Morgen ritt Arienne durch die Stadt und über die Ländereien ihres Vaters. Es war ein schönes Fleckchen Land. Auf den Feldern wuchs die Ernte heran und die Ahr plätscherte munter in ihrem Flussbett.
Erst zum Abendessen war sie wieder zu Hause. Sie grüßte ihre Eltern freundlich, auch wenn ihr Vater sehr verstimmt war.
Zwischen dem Hauptgang und dem Nachtisch erhob sie das Wort: „Ich werde übermorgen abreisen, Vater. Ich habe erfahren, dass eine Händlergruppe von hier nach Engonia und ich plane mich ihr anzuschließen. Ich werde dir und Mutter von regelmäßig von meiner Reise berichten.
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Charakterdatenbank / Antw:Finlay
« Letzter Beitrag von Noxius Armatura am 20. Mär 19, 14:07 »
Balthasar:
Ich konnte dem Gespräch mit diesem... Finlay... knapp ausweichen, indem ich mir einen anderen Tisch zum Essen gesucht habe.
Um mehr über ihn zu sagen müsste es mir die Zeit wert sein, meinen Atem für ein derart unwichtiges Subjekt zu vergeuden.
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Balthasar:
Magister Kadegar ist das, was ich von einem Meister der Schattenwall erwarte. Berechnend, analytisch und gradlinig. Da er sich nicht viel um die einfachen Schüler wie mich kümmert, lässt sich über ihn nicht all zuviel sagen
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Charakterdatenbank / Antw:Esta Farnwald
« Letzter Beitrag von Noxius Armatura am 20. Mär 19, 14:00 »
Balthasar:
Ihr größtes Talent besteht scheinbar darin unauffällig zu sein und darin ihr Interesse für Magie jeglicher Art durch eine Obsession für Geflügel zu überspielen.
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Off-Topic Gequatsche / Die Cobra-Folge "Wächter von Engonia" ist da!
« Letzter Beitrag von Vanion am 20. Mär 19, 13:30 »
Liebe Freunde!

Im letzten Jahr haben wir auf der wunderschönen Eyneburg gemeinsam mit einem tollen Team von Action Concept die Gelegenheit gehabt, bei einer Folge Alarm für Cobra 11 mitzuwirken.

Wir wurden, wie viele von euch bestimmt schon wissen, von der Produktionsfirma kontaktiert und haben uns nach intensivem Austausch dazu entschieden, mitzuwirken. Nun ist es soweit: Der Sendetermin im Free-TV steht fest. Am 25.04.2019 läuft die Folge "Die Wächter von Engonia" auf RTL.

Wer's ganz eilig hat, der kann die Folge allerdings schon jetzt auf TVNOW schauen. Bei TVNOW handelt es sich um eine Streamingplattform, die Folge ist momentan nur mit Premium-Zugang zu sehen. Allerdings gibt es einen kostenlosen Testmonat, nach welchem man entweder weiterhin bezahlen kann oder eben sein Abonnement wieder kündigt. Klickt dazu einfach unten auf den Link.

Wir hoffen, euch gefällt, was ihr seht - und natürlich bedanken wir uns von Herzen bei den über 70 Larpern, die uns an zwei intensiven Drehtagen auf der Eyneburg unterstützt haben und diese Folge überhaupt erst möglich gemacht haben! Auch bedanken wir uns bei Action Concept, die uns vor, während und nach den Drehtagen intensiv betreut, geäußerte Bedenken vertrauensvoll aufgenommen und insgesamt für eine reibungslose Zusammenarbeit gesorgt haben. Viel Spaß beim Schauen!

https://www.tvnow.de/serien/alarm-fuer-cobra-11-7/staffel-25/episode-4-die-waechter-von-engonia-1462301?fbclid=IwAR0IVcGDvR_zLjgi2CobRVtI-kzUvKQWZ4MPnSgy0QbqeSYYeNTGkWs9i8g
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Charakterdatenbank / Antw:Ardor Teldan
« Letzter Beitrag von Noxius Armatura am 20. Mär 19, 09:08 »
Balthasar:
Für einen Magister ist er erstaunlich wenig auf Distanz zu uns Scolari. Er ist freundlich, höflich und lästert gern über andere Magister, welche bewiesen haben, dass Intelligenz und ein Magistertitel nicht unbedingt miteinander einher gehen müssen. Freundlichkeit ist ein äußerst probates Mittel, um die eigenen, wahren Absichten hinter einer geschickt angelegten Maske aus Humor zu verbergen.
 (mehr zu sich selbst) Ich sehe Anlass viel Zeit mit ihm zu verbringen und stets höflich und nett zu sein im Umgang mit ihm.
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Charakterdatenbank / Antw:Lyra
« Letzter Beitrag von Noxius Armatura am 20. Mär 19, 08:58 »
Balthasar:
Sie hat meinen Vortrag über Magister Flammbarts Transmutationskreise gelobt. Auch wenn ich es ursprünglich nur gemacht habe, um dem Magister ins Gesicht reiben zu
 können, dass seine Arbeit innerhalb kürzester Zeit zu verinnerlichen ist, so ist die offene Anerkennung seitens der Magistra durchaus eine willkommene Abwechslung.
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Mitte des dritten Mondes, 269 n.J. - Uld

Angenehme Düfte von Räucherwerk schwängerten die Luft des Raumes. Reges Treiben war an den Tischen und in den Separees, auch in den hinteren Zimmern war ebenfalls kein Stillstand, doch blieb dieser vor neugierigen Blicken verborgen.
Etwas Abseits an einem kleineren Tisch, saß Kydora und ließ den Blick nachdenklich schweifen. Um sie herum das blühende Leben, lachende Gesichter, Damen die auf den Schößen von Herren saßen und eine nette Unterhaltung boten.
Doch die Hausherrin berührte all dies kaum. Sie sah es, doch konnte es die Schatten in ihrem Inneren nicht vertreiben.
Sie seufzte und griff nach dem Becher mit Met. Ihre Gedanken schweiften zu einem vergangenen Abend. Einen wo sie einige bekannte Gesichter nach längerer Zeit wiedergesehen hatte.
Bekannte Gesichter, ja Freunde ... und dennoch wirkten sie ihr so schrecklich fern.
Es war als ob die Stimmen in der Finsternis recht behalten hätten…
Ein kalter Schauer glitt ihr über den Rücken, und immer noch den Becher in der Hand haltend blickte Kydora auf einen Punkt in der Ferne ohne ihn wirklich zu fixieren. Bilder aus vergangenen Tagen statteten einen erneuten Besuch ab.

Dunkelheit. Einsamkeit. Kälte, die erbarmungslos in den Körper kriecht. Entrissen aus der Wirklichkeit. Am Boden. Stimmen die nicht schweigen. Verzweiflung. Einsamkeit. Ein verzweifeltes Klammern an den Glauben. Ein Griff zum Fläschchen. Den Kopf zum Trotz erhoben. Doch die Stimmen schweigen einfach nicht. Reden immer zu weiter. Nähren die Angst. Reden weiter auf sie ein. Die Hand löst sich langsam. Der Kopf senkt sich. Die Stimmen reden weiter. Resignation. Und die Dunkelheit erdrückt sie immer mehr. Und sie erträgt es... irgendwie... alleine. Und die Stimmen schweigen nicht...

Ihr Kopf schnellte hoch und ihr Blick fixierte die Person, welche Kydora gerade angesprochen hatte.
“Doch, doch alles gut. Ich war nur in Gedanken.” erklärte sie und fügte nach einer kurzen Pause hinzu: “Ich denke, ich werde mich wohl nun zurückziehen.”
Mit diesen Worten erhob die Silvanaja sich und stellte den Becher wieder hin. Ihr Weg führte sie in den Hinteren Bereich des Hauses und schnell fand sie sich im oberen Stock in ihren eigenen Räumen wieder, blieb unschlüssig im Raum stehen.

War es zu Ende? Dieses Kapitel? Ihre Hand suchte wie so oft wieder nach dem Fläschchen und klammerte sich Halt suchend daran fest.
Kydora horchte in sich hinein, ergründete sorgfältig ihre Gedanken und Gefühle. Doch fand sie nicht, was sie suchte. Es gab Bindungen, die so viel stärker waren.
Es ist Zeit...
Ein trauriges Lächeln zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab und sie schritt zu einem der Regale. Behutsam entnahm sie ein kleines Kästchen und stellte es auf dem Tisch ab.
Vorsichtige öffnete die Silvanaja die ausgekleidete Holzschatulle, betrachtete sie einen Augenblick lang.
Die Sicht verschwamm, als sich ihre Augen ungewollt begannen mit Tränen zu füllen.
Prüften die Götter sie? Oder spielten sie doch nur ihr grausames Spiel mit ihr?
Zögernd und wie in Zeitlupe streifte Kydora langsam die Kette mit dem Fläschen über ihren Kopf.
Verharrte und hielt das mit Mithril gefüllte Fläschchen in der Hand fest umschlossen.
“Gib auf Kydora acht…” waren damals seine Worte an die Wolfselfe gewesen.
Die Tränen rannen ihr still über die Wangen und ließen die Farbe leicht verlaufen.
Ein tiefes Durchatmen, dann wischte sich Kydora die Tränen fort und legte das Fläschchen behutsam in die Schatulle.
“Du brauchst nicht länger auf mich acht geben…” flüsterte sie in die Stille. “Dich brauchen jetzt andere und den Rest meines Weges schaffe ich auf mich selber aufzupassen. Ich danke dir für alles.”
Ein Klicken und die kleine Kiste schloss sich.


Einige Stunden später war ein Bote unterwegs in die Nacht. In seiner Tasche ein Brief und ein kleines Holzkästchen.
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