Das Herzogtum Hanekamp

Das Herzogtum Hanekamp auf der Engonienkarte.

Das Herzogtum Hanekamp bietet ein sehr buntes Bild. Die Menschen scheinen aufgeschlossener und fröhlicher als in den anderen Teilen Caldriens, was sicherlich auch mit den günstigen klimatischen Bedingungen, den damit einhergehenden üppigen Ernten und dem daraus resultierenden bescheidenen, dafür aber breit verteilten Wohlstand zusammenhängen mag. Wer harte Arbeit nicht scheut, bekommt jeden Abend sein Essen auf den Tisch.

 

Ja, das Leben in Hanekamp ist oft leichter als im kalten Nordcaldrien oder gar im kargen Middenfelz, und man lebt hier gemütlicher und zufriedener. Der Hanekamper kennt seinen Platz in der Welt und ein jeder hält sich daran, egal ob Bauer oder Ritter. Niemand hält sich jedoch unerbittlicher an das, was rechtens ist, als der Herzog höchstselbst. Was nicht immer heißt, dass es auch gerecht ist – jedenfalls, dafür tritt der Herzog notfalls auch mit seiner stattlichen Streitmacht ein und beendet die Unstimmigkeiten der Adligen untereinander.

Das Herzogtum Hanekamp hat sein Vorbild in den kleinen Königreichen aus Fantasy-Geschichten und dem deutschen Hochmittelalter.

Aktuell

In jüngerer Zeit gab es für den Herzog erst viele Freuden, die sich dann aber fast allesamt in bittere Schicksalschläge umkehrten. Vor über 20 Jahren war sein Bruder Richard zum Oberkommandierenden der Reichsgarde berufen worden, und da Richards Sohn Erlwin gerade seine Knappenlaufbahn begann und die Erbfolge somit gesichert gewesen war, nahm dieser den Posten dankend an und verzichtete auf seinen Anspruch auf das Herzogtum.

Zehn Jahre später wurde der Knappe Athorn von Hanekamp, der Sohn des Herzogs, zum Ritter geschlagen und ging siegreich aus dem Turnier bei Voranenburg hervor. Und nur kurze Zeit später wurde des Herzogs Frau, trotz ihres hohen Alters von fast 40 Jahren, mit einem Kinde gesegnet – oder eher verflucht, denn weder Frau noch Kind überlebten die Niederkunft.

Nun schritt das Schicksal mit großen Schritten voran. Im Spätsommer des Jahres 251 nach Jeldrik verstarb der Herzogssohn  Athorn im Krieg in Condra, wohl durch einen nekanischen Armbrustbolzen aus dem Hinterhalt. Seine Durchlaucht rief umgehend das ganze Herzogtum zu den Waffen, schwor bei Alamar bittere Rache und versammelte in einer Eilsitzung den Senat, um dem fernen Reich Neka den Krieg zu erklären. Doch der Senat war zögerlich, und fast ein Jahr wurde uneinig verhandelt. Noch während die Senatoren also untätig alles zerredeten, im Frühjahr 252, da verschwand des Herzogs Bruder Richard bei einer Expedition der Reichsgarde in den Wald von Arden. Bis heute gilt Richard von Hanekamp als verschollen, und er wurde für tot erklärt.

Richards nun vaterloser Sohn Erlwin von Hanekamp, nach Athors der Erbe des Herzogs war es, der die Soldaten des Hauses Hanekamp in den Krieg in Condra führte. Denn der Senat hatte sich letztendlich gegen einen Krieg mit Neka entschieden, und auf Geheiß der Königin wurde Wort geschickt an die Kämpfer in Condra, umgehend in die Grenzen des engonischen Kaiserreiches zurückzukehren.

Doch Erlwin, bekannt für sein ungestümes Gemüt, hatte seine Mannen bereits in die Schlacht um Tharemis geführt – und war auf dem Felde geblieben. Barad Konar, der damals lediglich Ritterwürden trug, war es, der die verbliebenen Hanekamper zum Sieg in dieser Schlacht geführt hatte, und er war es auch, der die herzöglichen Soldaten zurück nach Engonien führte.

Friedrich von Hanekamp, nun alt und gram, erholte sich nicht mehr von dem Verlust all seiner Geliebten, und er nährte seinen Groll gegen die Königin, der er im Stillen die Schuld am Tode seines Neffen gab. Im Winter des Jahres 254 nach Jeldrik brach der Herzog mit seiner Königin, erklärte seinen Lehenseid für nichtig und führte fortan Hanekamp als Alleinherrscher an. Die Königin erhob keine Anklage, entsendete keine Soldaten, und der caldrische Hochadel akzeptierte alsbald Hanekamps Stellung als von der Krone unabhängige Macht.

Zwei Jahre später brach der zweite Bruderkrieg aus, und nach dem Bruderkrieg bemühte der Herr Simon de Bourvis sich im Namen seiner Königin darum, dass Hanekamp seinen Lehenseid erneuerte, aber dazu kam es nicht. Heutzutag hat der alte Herzog zum Glauben gefunden. Er begünstigt die Inquisiton des Alamar und ihre Umtriebe. Magier reisen immer seltener durch Hanekamp, und bei Ahrnburg und Barebury lodern die Scheiterhaufen…