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Autor Thema: Damians Studierzimmer in Voranenburg  (Gelesen 3671 mal)

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Offline Drakonia Noximera

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Antw:Damians Studierzimmer in Voranenburg
« Antwort #15 am: 10. Mai 17, 15:05 »
Bernadette wollte einfach in den Boden sinken. Die Angst griff ihren ganzen Körper fest. Die goldfarbigen Linien begannen schon zu leuchten und leicht zu brennen, als hätten sie die Präsenz einer Göttheit erkannt, die so ähnlich zu Cronn war, dass sie die Marken Cronns aktivieren konnte.

Sie dachte an Jarvick, der damals, als er erfahren hatte, was eigentlich passiert war, sie zum ersten Mal seit sie seine Novizin war, fest geschlagen und in einer Zelle gesperrt hatte; und an Illona Weidenbruch, die Großinquisitorin, die über ihren Urteil entscheiden sollte. Sie wusste nicht mal, was die Kirche Cronns bezüglich ihr entschieden hätte, konnte auch gar nicht wissen, was Damian tun würde, wenn er die Wahrheit erfahren würde. Aber er hatte ihr die Frage so gestellt, dass sie nicht mehr lügen oder etwas verschweigen konnte. Nicht, wenn die Marken Cronns aktiviert waren und die kleinste Lüge riesige Konsequenzen für sie haben könnte.

Sie schließ ihre Augen und fing mit zitternder Stimme an zu reden. Solange die Linien aktiv waren,
 war sie in der Lage, ordentlich zu sprechen - Cronn oder Sevestra, oder Alamar, oder welcher Gott der Wahrheit gerade zuhörte, gab ihr die Chance, ihren Fehler zu bekennen.

"Mein Name ist Bernadette Lena Marie Eisinger, Tochter von Augustus Eisinger, Hauptmann der Stadtwache von Hadersburg. Mein Vater wurde in einem Putschversuch beschuldigt, weil die Mittel der Inuisition Cronns in Frage gestellt hat, und wurde exekutiert. Ich wurde von meiner Mutter zu einem Kloster von Cronn geschickt, damit die Inquisition sie und meine Brüder in Ruhe lässt. Einige Jahren danach hat mich ein Inquisitor namens Jarvick vom Kloster abgeholt und zu seiner Novizin gemacht. Allerdings kannte ich damals nict die Umständen, unter denen mein Vater verurteilt wurde und meine Mutter gezwungen wurde, mich der Inquisition zu schenken. Ich habe erst später, während ich mich mit Lernen beschäftigt habe, die Dokumenten dafür gefunden... Ich konnte erfahren, die Inquisition hat mich noch vor dem Tod meines Vaters für Novizin auserwählt und hat versucht, mein Vater zu zwingen, mich zum Orden zu schicken, aber er hat sich geweigert,
 deswegen haben sie ihn auf dieser Weise bestraft. Die Großinquisitorin Weidenbruch war mit ihrer Gnadlosigkeit bekannt und ich habe mich damals entschieden, ich würde mich eines Tages an sie und den Rest rächen...
 

Etwa zwei Jahre später wurde ich zusammen mit meinem Priestervater zu den Grenzgebieten des Imperiums geschickt, um irgendwelchen Kult zu verfolgen. Wir haben einen Magier verhaftet, der eindeutig einen Inquisitor getötet hatte. Während wir auf weitere Befehle gewartet haben, bin ich einen Nachmittag zu der Zelle des Magiers gegangen und er hat mich gebetten, mir die Wahrheit zu erzählen. Vor Bruder Jarvick hatte er zu große Angst. Er hat mir dann erzählt, der getötete Inquisitor hätte seine Schülerin getötet, aber erst nachdem er sie gefesselt, verprügelt und möglicherweise auch vergewaltigt hat. Der Magier hätte sich bei der Stadtwache beschwert, dann bei der Kirche von Sevestra, aber ihm wurde nicht geholfen. Dann hat er den Inquisitor selbst verfolgt, in der Nähe von einem Dorf erwischt und umgebracht. Seine Spuren hat er in seiner Frustration nicht verdeckt und wurde dann von uns gefunden und verhaftet.

Ich wusste, dass er die Wahrheit spricht. Ich kann als Novizin Cronns Wahrheit von Lüge unterscheiden. Und ich wusste genau wie die Inquisition handelt und wozu sie fähig ist - letztendlich hatten sie auch meinen Vater umgebracht. Und in diesem Moment hat etwas in mir einfach "Genug" gesagt und das war der Moment,
 als ich mich entschieden habe, dass ich die Befehle der Inquisition brechen werde. Ich habe bis nach Mitternacht gewartet und habe den Magier freigelassen.

Als Jarvick am nächsten Morgen erfahren hat, dass der Magier weg war, hat er mich gefragt, ob ich etwas wusste. Ich habe ihm geantwortet, dass ich keine Ahnung hatte. Dann haben sich bei dieser Lüge die Marken Cronns aktiviert und ich bin in brenenden Schmerzen zum Biden gefallen und Jarvick hatte keinen Zweifel mehr,
 dass ich lüge. Er hat mich in der Zelle des Magiers gesperrt und einen Brief an der Großinquisitorin geschrieben. Am nächsten Tag hat er mich zusammen mit ein paar Soldaten, die sich kümmern sollten, dass ich nicht wegrenne, zurück zu Hadersburg geschickt. Den Brief hat er mir gegeben - ich sollte ihn persönlich an Illona Weidenbruch überreichen und sie durfte entscheiden, was mit mir passieren würde.

Auf dem Weg bin ich den Soldaten entkommen. ich bin doch nach Hadersburg geritten - meine Brüder wollte ich finden und ihnen die Wahrheit über unseren Vater erzählen. Als ich zur Hauptstadt zurückgekehrt habe, herrschte dort aber Bürgerkrieg. Ein Senator hatte versucht, die Großinquisitorin fern von einer Senattreffen halten, damit die Inquisition die Einführung von irgendwelchem Gesetz nicht stört, sie ist aber mit mehreren gerüsteten und bewaffneten Ordensbrüder und -Schwester in den Senat gekommen und es ist zu einer Schlacht gekommen, nach der die Inquisition sich von der Staatsregierung getrennt hat und versucht hat, den Imperator - der eh seinen Einfluss der Kirche Cronns verdankte - zu töten. Die Kultisten haben die Situation ausgenutzt und haben auch angegriffen.

Die Stadt brannte, als ich sie erreicht habe. Dann habe ich erfahren, dass der Tempel Cronns angegriffen wurde und bin dorthin gegangen. Die Inquisition mochte nicht mehr meine Familie sein, aber Cronn war immer noch mein Gott und sein Tempel war immer noch mein Heim. Dann ist es zu der Sache mit den Hexenmeistern gekommen, über die ich schon erzählt habe, und ich bin versteiner worden. Wir hatten keine andere Wahl,
 als mit Magiern zusammen zu arbeiten.

Ich... hatte tatsächlich die Wahl, Bruder Jarvick nicht zu belügen. Ich weiß, dass mich Cronn wegen der Lüge gestrafft hat, und nicht weil ich einen Unschuldigen entlassen habe... Aber ich bereue es nicht, gelügt zu haben.
 Ich habe ihm damit vielleicht wenige Minuten Zeit gewonnen, aber wenn er sie genutzt hat, um der Inquisition zu entkommen, hat es sich gelohnt.

Das ist alles. Cronn sei mir Zeuge, dass ich nichts anderes als die Wahrheit gesprochen habe. Beurteilt mir nach euren Gesetzen und nach dem Willen der Götter."


Als sie ihre Augen öffnete, konnte man in ihnen etwas Reue sehen. Reue, dass sie die Wahrheit verborgen hatte, aber nicht für die Tat, die sie zu verschweigen versucht hatte.
Das Schwierigste nach einer Con - die Mitbewohner zu überzeugen, dass das arme, nasse, graue Ding, dass im Badezimmer hängt, eigentlich eine Cosplay Perücke ist und keine vergewaltigte Ratte.

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Offline Jeremias

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Antw:Damians Studierzimmer in Voranenburg
« Antwort #16 am: 10. Mai 17, 16:09 »
Damian hat ruhig und ohne Gefühlsregung der Novizin zugehört. Als sie schließlich endete, streckte er die Hand aus. "Den Brief bitte, Novizin."

Offline Drakonia Noximera

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Antw:Damians Studierzimmer in Voranenburg
« Antwort #17 am: 10. Mai 17, 17:55 »
Mit zitternden Händen öffnete sie ihrem Gebetsbuch und fand den vor hunderten Jahren drin gesteckten Brief. Er war mit dem Siegel der Inquisition Cronns gesiegelt - der weiße siebenspitzige Stern auf dunkelrotem Wachs. Der Brief fühlte sich schwer in ihren Händen. Er könnte ihr Todesurteil beinhalten. Die angst hielt sie fest im Griff, aber das schlimmste war, dass sie wusste, dass sie nicht entkommen konnte. Es war die Wille Cronns, dass sie in dieser Situation steckte. Auf der anderen Hand, wäre es die Wille Cronns, dass sie starb, was könnte sie tun?...

Sie gab schweigend und mit zitternden Fingern der Brief dem Priester. Obwohl sie kein Wort sagte, konnte man in ihren Augen die angst und die Bitte um Gnade sehen. Als Damian den Siegel brach, konnte er drin folgendes lesen:

"An der hoch geachteten, von unserem Herrn auserwählten Anführerin der Heiligen Inquisition Cronns, Großinquisitorin Illona Weidenbruch


Edle Dame,

Eure Gnade und Eure Weisheit erbittet demütig ein treuer Bruder des Ordens, denn er ist sicher, dass Ihr besser wissen würdet als er, was getan werden muss. Ich muss Euch mit großem Bedauern eine große Enttäuschung mitteilen. Meine Novizin, die Tochter des Hauptmannes Eisinger, hat nicht nur die höchsten Werten Cronns - die Wahrheit und die Ehrlichkeit - missbraucht, und daher eine Lüge begangen, sondern die Inquisition selbst verraten. Sie hat gegen Befehl gehandelt und einen verhafteten Heretiker, der einen unseren Brüders gnadlos und barbarisch ermordet hat, freigelassen, damit er weitere Angehörige der Inquisition aufsuchen und schädigen kann. Diese Tat hat sie ohne geringste Beweise für seine eventuelle Unschuld zu haben begangen.

Wegen dieser Tat und nachdem sie auf die Archive von dem damaligen Prozess gegen ihrem Vater zugekommen ist, schätze ich sie nicht als geeignet für die Inquisition Cronns und möglicherweise gefährlich für die Tätigkeit des Ordens. Da ich selbst nicht zu hohem Rat der Inquisition gehöre, ist das einzige, dass ich in der Situation bezüglich meiner Novizin tun darf, sie eurem Urteil zu überlassen. Wenn meine Einschätzung erwünscht ist: Sie hat zwar ein tiefes Gespür für Gerechtigkeit, jedoch versteht sie Gerechtigkeit anders als das, was in unserem Orden verlangt wird. Daher ist sie für die Inquisition höchst ungeeignet, allerdings gut passend zu der Kirche Cronns.

Selbstverständlich liegt die Entscheidung über sie in den Händen des hohen Rates, und ich werde mich entscprechend gehorchsam fern halten; allerdings, wenn ich - mit dem Risiko, selbst heretisch zu klingen - über die weiteren Schritte das Wort haben dürfte, würde ich die Novizin nicht exekutieren, sondern zu einem etwa entferntem Kloster schicken, sei es, sie darf das Klostergelände nicht verlassen und ihren Novizentitel wird entnommen. Letztendlich ist sie ein Kind und als solches naiv und ein einfacheres Opfer für die Lügen eines Heretikers.

Jarvick, von Cronns gradenn Bruder der Inquisition"
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Offline Jeremias

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Antw:Damians Studierzimmer in Voranenburg
« Antwort #18 am: 10. Mai 17, 19:35 »
"Hm." Damian legt den Brief nieder und trommelt mit den Fingern leise auf den Schreibtisch. Er scheint sichtbar nachzudenken, dann steht er auf und geht um den Schreibtisch herum. Vor Bernadette setzt er sich auf die Kante des Schreibtisches. Er schaut ihr in die Augen und man sieht ihm an, dass der joviale Damian zurück ist.
"Novizin. Das erste, was ihr lernen solltet, ist, nicht mehr zu lügen. Ich hatte gedacht, dass ihr mir etwas verschweigt, nicht dass ihr mich direkt anlügt. Das finde ich tatsächlich traurig, denn ihr wolltet ja bei mir Novizin werden. Wenn ihr jemanden als Lehrer haben wollt, müsst ihr diesem mehr Vertrauen entgegen bringen." Er legt Bernadette die Hand auf die Schulter. "Übrigens, ein Hinweis vielleicht: Ich hatte mich schon vor der Lektüre des Briefes dazu entschieden, euch zu vergeben." Er richtet sich wieder auf. "Was in dem Brief steht, entspricht meiner Einschätzung eurer Person. Ihr seid jung, naiv und habt einen starken Sinn für Gerechtigkeit. Eigenschaften, die für eine Inquisitorin," er betont das Wort deutlich, "falsch sind, aber die ich in meinen Novizen mag. Euer Bruder Jarvick war derselben Meinung. Er sah in euch Ansätze für eine gute Priesterin." Er geht wieder um den Schreibtisch herum und lässt sich in seinen Sitz fallen.
"Was eurer Familie dagegen geschah, ist grausam. So etwas werde ich niemals zulassen. Was diese Gruppierung getan hat, war ein Verrat an den Göttern." Kurz ballt er die Hände zu Fäusten. "Nichtsdestotrotz entschuldigt das nicht euer Tun. Ihr werdet Buße tun müssen. Ein erster Schritt ist es, bereit zu sein, den Weg der Wahrheit weiter zu begehen. Eine Novizin zu bleiben. Das könnt ihr gerne unter meiner Lehrmeisterschaft tun, wenn ihr das immer noch wollt. Was sagt ihr?" Er schaut ihr tief in die Augen und seine Hand liegt flach und ruhig auf seinem Gebetsbuch. Wieder spürt Bernadette die Macht von Damians Gott und hat das Gefühl, dass er ihr fast bis in die Seele blicken kann.

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Antw:Damians Studierzimmer in Voranenburg
« Antwort #19 am: 10. Mai 17, 21:59 »
"Ich bin damit einverstanden." sagte sie leise.

Sie könnte die göttliche Präsenz zwar fühlen, aber es war nicht die Präsenz von Cronn oder Sevestra, die sie gut kannte. Diese war gleichzeitig ähnlich und anders - eine andere Macht, eine andere Identität. Ein andererer Gott - und trotzdem ein Gott, wessen Werten sie diente. Sie ließ die Präsenz in ihrer Seele reinschauen und den Wunsch zu erkennen, das Geschehene in der Vergangenheit zu lassen, Vergebnis zu finden und einen neuen Weg zu betreten.

Das Licht der goldfarbigen Linien verglühte langsam und sie wurden kühler. In dem Moment wurde ihr klar, dass Cronn seine letzte Geweihte verlassen hatte, um in Vergessen zu verfallen, wie Sevestra vor ihm. In dieser Welt gab es keine Leute mehr, die sich an diesem Gott erinnerten. Bernadettes Seele füllte sich mit Ehrfurcht und Kummer. Während der Zeit im Kloster hatte sie viele Geschichtstexten gelesen und wusste gut genug, dass Götter, Völker, Sprachen, Geschichten vergessen wurden, obwohl das nicht bedeutete, dass sie nicht mehr existierten. Jede Pracht war verurteilt, zu Asche zu werden. Und wer, wenn nicht die allermächtigen Götter würde wissen, wenn es Zeit war, sich zurückzuziehen? Sie hatte bloß nie geglaubt, dass sie das selbst erleben dürfen wird. Ihr Gesicht blieb komplett ruhig, aber Tränen liefen leise von ihren Augen. Ihr Gott war weg. Aber er hatte sich nicht zurückgezogen, bis er sicher war, dass sie in den guten Händen von einem anderen Gott war. Trotz ihrer Sünde hatte Cronn hunderte Jahren gewartet, um seine letzte Geweihte in Sichereit zu bringen.

Sie spürte weiterhin nur die Präsenz Alamars. Jetzt, wenn die vertraute Präsenz von Cronn weg war, verspürte sie auch etwas Angst. Als würde sie ohne einen guten Freund, den sie ihr ganzes Leben lang gekannt hatte, vor einem Gericht stehen.
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Antw:Damians Studierzimmer in Voranenburg
« Antwort #20 am: 11. Mai 17, 07:35 »
"Gut." Damian lächelt leicht. "Dann werde ich euch ab sofort als Akolythin ansprechen. Eine Akolythin, eine Schülerin, werdet ihr bleiben, bis zwei Dinge geschehen sind: Erstens, solange eure Erinnerungen an eure Heimat noch frisch sind, schreibt ihr alles nieder. Alles. Sorgt euch nicht um Ordnung oder Geschlossenheit, schreibt einfach alles nieder, auch die kleinsten Details. Da ihr selber Historikerin seid, sollte euch klar sein, warum. Und danach steht eine tiefere Beschäftigung mit Alamar, gerne mit Büchern, aber auch mit mir zusammen. Sobald das zu meiner Zufriedenheit vollzogen ist, werde ich euch zu meiner Novizin weihen und euch auf den Weg zum Priester führen." Er räuspert sich und schaut Bernadette an. "Ich weiß, dass das Gespräch schwierig für euch war. Aber ich hoffe, es hat euch auch etwas gegeben. Einen Abschluss, eine Möglichkeit für einen Neuanfang. Eine letzte Sache noch." Er fasst den Brief, das Stück Papier, was Bernadette solange mit sich rumtrug und was ihr so schwer auf der Seele gelegen hatte, und schiebt ihn über den Tisch. "Nehmt den Brief. Lest ihn." Er erhebt sich langsam. "Ich schicke Wort an den Flamen hier in Voranenburg, damit ihr einen Platz im Akolythenquartier erhaltet. Nehmt euch vorher etwas Zeit, wandert durch die Stadt." Er geht um den Schreibtisch herum. "Und wenn ihr noch Fragen habt, kommt ruhig vorbei. Ich stehe euch gerne zur Verfügung."