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Autor Thema: Die Suche nach den Seuchenstäbchen  (Gelesen 9409 mal)

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Offline Lyra

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Antw:Die Suche nach den Seuchenstäbchen
« Antwort #30 am: 09. Nov 17, 21:23 »
Lyra hatte sich weiter zurück gehalten, den Worten Kydoras folgend, darauf zu achten, dass sie nicht gemeinsam mit yorik in die Gefahrenzone geraten sollte.

So machte sie sich nützlich, als Kydora Vanion das Ende des Seils in die Hand drückte und packte dort mit an. Sie hatte aus eigener Erfahrung merken müssen, wie stark man werden konnte, wenn man dem Bann der Rosen erlegen war.
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Offline Yorik

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Antw:Die Suche nach den Seuchenstäbchen
« Antwort #31 am: 12. Nov 17, 19:06 »
Während seine Gefährten um ihn herum zu rotieren begannen, atmete Yorik tief durch und konzentrierte sich weiter auf sein Gebet. Zwar verspürte er tief in seinem Innern den Impuls, Enid hinterher zu laufen oder sonst irgendwie direkter aktiv zu werden, doch er wusste auch, dass dies hier nicht seine Funktion war - also bat er weiter stoisch um Lavinias Beistand.

Erst als er sah, dass Kydora sich das Seil umband und Anstalten machte, Enid zu folgen, veränderte sich sein Gebet: Anstatt um allgemeinen Schutz für sie alle zu bitten, begann er, seine Worte auf die Sylvanaja zu konzentrieren; mit fester Stimme rief er seine Göttin an, sie bei ihrem Vorstoß ins Unbekannte zu helfen. "Ich bitte Dich", flehte er, "lege Deine Hände schützend über Kydora, ebne ihr den Pfad, auf dass sie Deiner verwirrten Tochter zu Hilfe eilen kann. Bewahre sie vor Verwirrung und Täuschung, stärke ihren Geist sowie ihre Hand."

Yorik war bewusst, dass die junge Frau ein äußerst schwieriges Verhältnis zu Lavinia hatte, doch er fuhr dennoch fort. Jetzt und hier ging es um Enids Leben, da konnt er darauf keine Rücksicht nehmen. Kydora würde die Hilfe er Göttin brauchen, ob sie wollte oder nicht.
She would not think of battle that reduces men to animals,
so easy to begin and yet impossible to end.
For she the mother of all men did council me so wisely then
I feared to walk alone again and asked if she would stay.

Offline Engonien NSC

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Antw:Die Suche nach den Seuchenstäbchen
« Antwort #32 am: 13. Nov 17, 13:50 »
Enid wehrte sich. Sie wusste ganz genau, dass das, was von dem dunklen Stab ausging, der vor ihr im Boden steckte, ihr schaden würde. Sie hatte die Leichen gesehen. Die Schleifspuren. Vor wenigen Tagen noch hatte sie gestandene Männer gesehen, die sich völlig hilflos übergeben hatten, die dunkle Ränder unter den Augen bekommen hatten - aber der Duft! Dieser herrliche Geruch, der lockte sie immer und immer näher an das Wasser heran. Näher an den Stab heran.

Dann schlug etwas schwer gegen ihren Rücken, und der Bann war für einen Moment gebrochen. Kydora mühte sich verzweifelt, die Luft anzuhalten. Sie wusste, dass es der Blütenstaub war, der Enid anzog. Kaum hatte sie die Arme um die Waldläuferin geschlungen, spannte Vanion seine Muskeln an. Lyra und er zogen mit einem Ruck an dem Seil, der Kydora unfreiwillig die letzte Luft aus den Lungen presste, und instinktiv schnappte sie nach Luft - und sog den Blütenstaub ein. Schon regte sich auch in ihr das Bedürfnis, zu dieser schwarzen Blüte zu eilen, aber dann legte sich ein anderer, wärmerer Duft über das, was schon in der Luft war. Nur sie konnte es riechen. Ein Hauch von - Kirschblüten?! Verwirrt, aber wieder zu klarem Verstand gekommen, stemmte Kydora ihre Fersen in den weichen Boden, und mit vereinten Kräften zogen sie Enid fort von dem Seuchenstab, fort von dem schädlichen Einfluss der schwarzen Pflanzen. 
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Offline Tabea

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Antw:Die Suche nach den Seuchenstäbchen
« Antwort #33 am: 13. Nov 17, 15:07 »
Mit jedem Schritt den sie sie sich von dem Teich entfernte merkte Enid, dass der Drang, sich dem Stäbchen zu nähern, nachließ. Kydoras starker Griff gab ihr Sicherheit und irgendwann war sie wieder selber in der Lage, ihre Beine zu steuern. Bei den anderen angekommen stützte sie sich schwer atmend gegen einen Baum, Entsetzen im Blick. Dann verzerrte sich ihr Gesicht vor Wut, sie sah sich suchend um, Griff sich einen Ast und schleuderte ihn mit aller Kraft in Richtung Stäbchen. Er blieb jedoch völlig nutzlos im Gestrüpp hängen. "Verdammte Drecks Nekromantenmagie!" brülltes sie. Zittrig fuhr sie sich mit beiden Händen über ihr Gesicht. "Ich hasse Magie!" stieß sie, etwas leiser, hervor. Ohne den anderen in die Augen zu blicken murmelte sie "tut mir leid. Danke dass ihr mich da raus geholt habt!"

Offline Kydora

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Antw:Die Suche nach den Seuchenstäbchen
« Antwort #34 am: 15. Nov 17, 13:46 »
Keuchend ließ sich Kydora auf die Knie sinken, vergrub die Finger in der Erde und starrte auf den Boden vor ihr. Mit jedem Atemzug, den sie machte, verflog der Duft nach Kirschblüten ein wenig mehr. Bis recht schnell nur noch die Erinnerung daran nachhallte. Jetzt erst schien sie wirklich zu begreifen, was da gerade vor sich gegangen sein musste. Ihr Blick viel auf Yorik, der fest in Glauben und Vertrauen an Lavinia gebetet hatte. Sie wand sich wieder ab und vergrub den Kopf in ihren Armen, zog den erdigen Geruch des Bodens ein. Kydora wollte doch eigentlich nur ihre Ruhe. Die Situation verunsicherte sie und die Magierin schwankte zwischen Wut und Verständnis. Wut darüber, dass Lavinia sich schon wieder in ihr Leben einmischte. Verständnis für die Notwendigkeit in dieser besonderen Situation. //Es war für Enid. Du warst nur ein Werkzeug in dieser Sache. Also krieg dich wieder ein...// Sie seufzte und rappelte sich langsam wieder auf. Die Hände wischte sie an ihrer Hose ab und blickte dann fragend in die Runde.

"Jemand ne Idee, wie wir das Ding angehen wollen?"

Offline Vanion

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Antw:Die Suche nach den Seuchenstäbchen
« Antwort #35 am: 15. Nov 17, 17:16 »
Keuchend ließ Vanion das Seil los. Seine Handflächen brannten, aber er war froh, dass nichts Schlimmes geschehen war. Enids Ausbruch verfolgte er mit unbewegtem Gesicht, und als Kydora das Seil von ihrer Hüfte löste, legte der Ritter es langsam, bedächtig wieder ordentlich zusammen. Er ließ den beiden Frauen Zeit, zu Atem zu kommen. Er sah in Yoriks Richtung. Der Novize hatte inbrünstig gebetet, und Vanion wusste, dass er eigentlich nicht überrascht sein sollte. Aber dennoch, der Mann, der da vor ihm stand, beeindruckte ihn. Gewiss, er war jung. Aber dieses tiefe Vertrauen auf Lavinia, das zeugte von einer Stärke, die ihresgleichen suchte, fand Vanion.
Würde ich dem Schwert abschwören, hätte ich dann die Disziplin, das Geschick meiner Freunde einem Gebet anzuvertrauen? Wäre ich so stark im Glauben?

Nein, diese Stärke besaß Vanion nicht, und das wusste er. Deshalb bin ich nun einmal auch kein Priester, dachte Vanion. Nein, seine Aufgaben lagen woanders. Also sprach er: "Näher heran gehen sollten wir wohl nicht." Er reckte den Kopf in Richtung des kleinen Weihers, und nun sah er die schwarzen Blüten und auch den Stab, der im Schlamm steckte. Zum Glück schienen dort keine Leichen zu liegen - jedenfalls keine offensichtlichen. "Die Stäbe verlieren ihren Bann, wenn man sie aus der Erde reißt. Aber diesen Blumen bin ich noch nicht begegnet."
"LARP ist nicht ein Hobby, es sind mindestens acht oder so. Ich betreibe etwa fünf davon." RalfHüls, LarpWiki.de

Offline Lyra

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Antw:Die Suche nach den Seuchenstäbchen
« Antwort #36 am: 15. Nov 17, 22:20 »
Lyra wartete bis sich der Wind drehte, so wie sie es die vergangen Tage immer gemacht hatten, und näherte sich vorsichtig dem Stab und auch den Rosen.
Ihr Fokus lag in diesem Fall allerdings auf dem Stab, ihre Energien sollten sich auf dieses Objekt vereinigen. Langsam, Deutlich und eindringlich sprach sie ihren Zauber, griff in die Strukturen um sie zu zerreißen. Dennoch im Unterbewusstsein auf den Wind achtend, sonst konnte das hier im schlimmsten Fall tödlich enden.
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Offline Engonien NSC

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Antw:Die Suche nach den Seuchenstäbchen
« Antwort #37 am: 16. Nov 17, 21:29 »
Noch während Lyra in der kehligen Sprache, die ihrer Magie zu eigen war, ihre Zauber wob, knackte es im nahen Gebüsch. Enids Pfeil war rasch auf der Sehne und noch schneller abgeschossen, aber der Untote, dem der Schaft plötzlich aus der Brust ragte, wurde lediglich einen Schritt zurückgeworfen. Erstaunlich schnell schlug die bleiche, von rostbraunem, getrockneten Blut grauslich überzogene Gestalt nach der Waldläuferin, und nur ein rascher Sprung brachte sie in Sicherheit.

Dann war Vanion auch schon da. Sein Schwert trennte säuberlich Arm von Torso, ein zweiter Schlag ließ den Kopf durch die Luft fliegen. Auch der zweite Untote, der sich aus dem Gebüsch schälte, war für den Ritter und seine Gefährten keine Gefahr, und bei diesen beiden blieb es auch. Lyras Stimme erreichte ein lautes Crescendo, und wenn wahrscheinlich auch niemand außer Kydora verstand, was genau sie da tat, so zeigte es doch Wirkung: die lebendigen, unheilvollen schwarzen Blüten knickten um, und als Enid sich keuchend umwandte und in Richtung des Stabes schaute, da erkannte sie, dass die Runen nicht mehr glommen, dass das Wabern verschwunden war.

Dieser Stab war beseitigt.
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