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Autor Thema: Von Caer Conway nach Caldrien  (Gelesen 3058 mal)

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Offline Ulrich

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Von Caer Conway nach Caldrien
« am: 14. Mai 18, 13:12 »
Der Morgen war still und leise über Caer Conway aufgezogen und langsam regte sich die Festgesellschaft zum Aufbruch. Hier und da begannen die ersten Knechte und Mägde Dinge zusammen zu stellen und auf die Karren zu verladen die ebenfalls herangebracht worden waren. Ein Zelt nach dem anderen verschwand, es gab kurze Abschiedsworte und Verabredredungen für das kommende Jahr und gegen Mittag waren viele der Wiesen schon menschenleer.

Auch in der Zunft war es am Morgen geschäftig gewesen. Die Palisade wurde wieder abgebaut und die Zelte verpackt. Übungswaffen in Kisten verstaut und alles auf die beiden Fuhrwerke geladen die nun den Weg in Richtung Brega nehmen würden.

Es waren auf dem Fest zwar nicht viele neue Mitglieder in die Zunft eingetreten aber dafür hatte sich die Zunft gut präsentiert und war Verbindungen eingegangen die man eben nur bei einem solchen Anlass knüpfen konnte.


Die Äxte und Ulric hatten sich mit der Reisegruppe unter dem Baronspaar Feuerklinge zu einer gemeinsamen Reise nach Caldrien verabredet. Baron Gorix Feuerklinge hatte angeboten sie doch mittels Magie gleich nach Fanada zu bringen doch die meisten Äxte sowie auch einige aus den Reihen Feuerklinges wollten ihren Mägen nach einem solchen Fest das nicht zumuten.... vielleicht lag es aber auch an den Dingen die man von Portalreisen hört...

Jedenfalls war zum frühen Nachmittag eine kleine Reisegruppe aus den Äxten und den Frauen und Männern aus Feuerklinge zusammengekommen und setzten sich in Bewegung. Außerdem wollten Vanion und Ulric gemeinsam nach Donnerheim reiten um dort ,jeder für sich, einen Anfang für die Suche nach dem Mantel Jeldriks zu finden.
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(Andrija Talic)

Offline Ulrich

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #1 am: 14. Mai 18, 13:33 »
Der Krieger saß auf dem Braunen Pferd und besah sich nochmal die langsam kleiner werdenden Häuser Caer Conways die hinter ihnen Lagen.

Er wusste um den Schrecken des Bruderkriegs der hier gewütet hatte. Er war damals gerade achtzehn Sommer alt gewesen und war zur Schutz der Frauen und Alten bei den Flüchtenden gewesen. Sein Vater hatte als Skaldir am Beran gekämpft und dort beinahe sein Leben verloren.. sie hatten ihn auf einer Trage und halbtot in das kleine Lager in der Beranheide gebracht und er lag fast vier Wochen bis er das erste mal sitzen konnte.


Viel hatte sich seid dem in Ulrics leben geändert. Er war Söldner geworden und war auf den Weg des Kriegers getreten. Dann hatte er eine Ausbildung zum Offizier gehabt und war inzwischen selbst Ausbilder. Jetzt hatte er die Söldner wieder verlassen und hatte eine Zunft für Krieger gegründet. Aber der wichtigste Weg beginnt genau hier, vor den Toren Caer Conway in Richtung Donnerheim.
Dort würde er sich mit Vanion in einem Monat treffen und die beiden waren gewillt die Suche nach dem Mantel Jeldriks dort zu beginnen. Jeder für sich aber doch mit gemeinsamen Anfang. Was ihn erwareten würde wusste der Krieger noch nicht, doch war er voll Vertrauen das dieser Weg der richtige war.

Wie ein Singnal zum Aufbruch vielen große Tropfen vom Himmel und trafen den kleinen Haufen von Wagen auf dem Weg der sich durch die schöne Landschaft Andarras schlängelte.
Einer der ersten Tropfen viel auf den aus Messing gegossen Wolfskopf um Ulrics Hals, sein Blick viel wieder auf die Kette die er nun seid zwei Tagen trug und sie wog schwerer als jede andere Last.
Sasha hatte ihn mit den Worten "Komm mal kurz mit" aus der Taverne und guter Stimmung gerissen und ihm mit wenigen Worten die Kette von Maugrimm Wolfsfang gegeben.
Seid diesem Moment war es als wäre vieles anders. Er hatte in Anwesenheit des Tormentorpriesters immer dessen Hingabe bewundert und genau diese wollte er aufrechterhalten, mit Hingabe und Treue wollte er den weiteren Weg beschreiten ohne zu wanken doch wusste er nicht ob er jemals die Erwartungen erfüllen könnte.

Eins wusste er jedoch, zu dem Brüllen des Löwen und dem Heulen Askars hatte sich ein weiterer Ton gemischt, ein Heulen was dem von Askar in nichts nachstand.

Viel war geschehen und es lag noch viel mehr vor ihm. Mit diesem Wissen gab er dem Pferd einen leichten Druck auf die Flanken und reihte sich in die Gruppe ein.
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(Andrija Talic)

Offline Beorn

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #2 am: 16. Mai 18, 07:33 »
Beorn begutachtete den Karren, auf dem seine und Isindias Habe lag.
Das Münzsäckchen war deutlich leichter geworden, der Karren dafür umso voller.
Das große Zelt, dass sie kurz vor dem Frühlingsfest erstanden hatten, hatte sich der wachsenden Truppe bereits als nützlich erwiesen, doch würde es seine wahre Bestimmung diesen Sommer erst kennenlernen.
Isindia, Marja, Rika, Avaris, Beorn, gelegentlich Hilmar, der Geweihte der Perraine,und der Kender Emma, sollte sie den Weg des Heilers gehen wollen. An Heilern fehlte es den Äxten inzwischen nicht mehr, dafür aber an eingeübten Abläufen.
Auf dem Frühlingsfest hatte Beorn seine Idee das erste mal in Worte zu kleiden versucht, und sie war recht gut aufgenommen worden, doch nun mussten Taten folgen.
Aus dem großen Zelt würde ein Lazarett entstehen, ein beweglicher Ort der Heilung, der der Söldnertruppe folgen würde, doch das verlangte Organisation. Nicht gerade Beorns Stärke.
Ein Heiler allein kann sich nur um wenige Leute kümmern,zwei Heiler aber schon mehr als die doppelte Zahl und Fünf, Sex, Sieben?
Jeder hätte seine Aufgaben, jeder in dem Bereich, wo seine Stärken liegen.
Auch der Zusammenschluss mit anderen Heilern würde einfacher, sobald die Truppe sich an eine gewisse Routine gewöhnt hat....

"Dorf samt Schänke Voraus!"
Schallte es von Branwin, der mal wieder an der Spitze der Truppe ging.
Arbeitspläne, Kostenaufstellungen,Besorgungen, all diese Gedanken wurden nun aus Beorns Kopf verdrängt und durch ein klares Ziel ersetzt: Met!
« Letzte Änderung: 16. Mai 18, 17:18 von Beorn »
"Vorwärts, Männer! Auf dass man uns allen die Kehlen durchschneidet!"  -Pratchett

Offline Vanion

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #3 am: 21. Mai 18, 21:37 »
"Was ein Wetter."

Vanion hatte sein Pferd neben das des großen Söldners gelenkt und verzichtete kurzerhand auf eine Begrüßung. Er trug feste, braun-grüne Reisekleidung, und sah wenig ritterlich aus. Dafür war der Tangaraner - nein, Caldrier - allerdings warm und trocken, abgesehen von dem Regenwasser, das aus seinen kurzgeschorenen Haaren über sein Gesicht lief.

Auf Beorns Ruf hin lächelte Vanion.
"Deine Söldner sind immer schon einfach zu begeistern gewesen." Als Ulric ansetzte, um ihn zu berichtigen, hob Vanion abwehrend eine Hand. "Ich weiß, sie sind nicht länger deine Söldner. Du hast dich für einen anderen Weg entschieden. Wie lange steckt die Idee eigentlich schon in deinem Dickschädel? Ich erinnere mich noch an die Feiern anlässlich Gorix' Hochzeit - dort bist du vor die versammelten Edlen getreten und hast dich demütigen lassen."
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Offline Ulrich

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #4 am: 22. Mai 18, 06:50 »
Er mussterte Vanion kurz von oben bis unten um die Absicht hinter der Frage zu erkenne aber wie immer war es den GEsichtszügen nicht zu entlocken.

"Die Idee in die Knappenschaft zu treten ?" er hob eine Augenbraue.
"Erst als nach der Turney einige Ritter mit die Frage gestellt habe. Im ersten Moment dachte ich sie wollen mich weiter stritzen, aber als auch Mademoiselle Loiranne die Frage an mich richtete wusste ich das es ernst gemeint war. Ich glaube seit dem steckt es hier oben drin." Er tippte kurz an seinen Kopf.

"Und wenn ich an dich die gleiche Frage stelle? Ab welchem Zeitpunkt hattest du die Idee?"

Inzwischen war das Gasthaus nur noch etwa hundert Schritt entfernt und Thoron, der voraus geritten war um das kommen einer großen Gruppe anzukündigen, und natürlich auch die Anwesenheit des Baronspaares von Feuerklinge, stand schon neben dem Eingang und wartete auf sie.
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Offline Vanion

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #5 am: 22. Mai 18, 11:18 »
"Mein Vater hat mir früher Geschichten erzählt. Geschichten aus Caldrien. Da war ich vier, vielleicht fünf Jahre alt, und hatte den Kopf voll mit glänzenden Rüstungen, schönen Damen und dem Ruhm, der aus allerlei Heldentaten entspringt. Tangaranischer Boden ist fruchtbar, und wie der Weizen auf den Feldern wuchs in meinem Kopf wohl die Saat heran. Als ich älter wurde, wurden die Geschichten düsterer, aber auch ehrlicher. Etwas Neues mischte sich hinein, eine Art Misston. Damals verstand ich es nicht, aber heute weiß ich, dass es die Unzufriedenheit und das Leid derer war, die unter Barad Konar litten. Ein Bauer mag kein Schwert haben, um sich zu wehren, aber in den Sagen und Geschichten unserer Welt spiegelt sich auch immer das Gefühl des Volks. Es brodelte unter der Oberfläche, und mit jedem Abend in den schummrigen Schänken Fanadas reifte in mir der Wunsch heran, größer zu werden, als ich es war, und mich diesem Unrecht entgegen zu stellen."

Ein gewisses Glänzen hatte sich in Vanions Augen geschlichen, und sein Gesicht wirkte etwas traurig.
"Mein Vater ist tot, und ich vermisse seine Geschichten. Er starb, bevor ich zum Ritter geschlagen wurde, starb als Tangaraner und wurde als solcher beerdigt. Den Hof meiner Eltern führen nun meine Schwestern, und ich habe meine Heimat in Voranenburg und Feuerklinge gefunden. Eine Weile dachte ich, dass ich in La Follye oder in Roquefort meine Familie finden würde. Schließlich würde Lorainne dort sein. Und Anders."
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Offline Ulrich

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #6 am: 22. Mai 18, 13:17 »
"Du alter Romantiker" sagte der Söldner der bei Vanions Worten aufmerksam gelauscht hatte.

"In den Geschichten meiner Jugend ging es um die Heldentaten meiner Vorfahren, diese waren Stammeskrieger und stellten sich auch den größten Gefahren um das zu schützen was ihnen am meisten bedeutete, ihre Familie und das Dorf. Aber du hattest mit deinen Worten in Haubach ganz recht." Er machte eine kurze Pause als sie auf den kleinen Hof des Gasthofes ritten.
"Ich kann am Ende viel mehr bewirken als es mir als Söldner jemals möglich wäre. Ich glaube das ist auch das was mich bewegt, helfen zu können wo Hilfe gebraucht wird." Dabei hatte er ein freundliches Lächeln aufgesetzt und war vom Pferd abgestiegen welches er im Hof an einen Balken band unter dem ein Trog stand.
"Lass uns etwas essen und trinken und ein wenig die ruhige Zeit hier in Andarra genießen denn schon in wenigen Tagen wird es wieder anders sein. " Er wusste um die Aufgabe der Äxte und bis er und Vanion sich in Donnerheim treffen wollten würde er bei den Söldnern bleiben.
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Offline Bran

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #7 am: 23. Mai 18, 12:04 »
Auch Bran hatte sein Pferd an dem Trog angebunden und trat hinter dem Ritter und dem, der einer werden wollte in die Gaststube.
Es war rauchig, laut und voll in dem großen Raum. Einige der Gesichter kannte er bereits. Viele Besucher des Festes der Grenzen nutzten diese Route nach Caldrien.
Er ging direkt zum Thresen, erklärte wer sie waren und wie es um Schlafplätze bestellt war. Kurz darauf kam er mit einem Humpen zurück, auf dem sich eine feste Schaumkrone gebildet hatte, und quetschte sich zu den anderen an den langen Tisch.
"Äxte! Hergehört! 5 Kupper kostet eine Nacht im Schlafsaal, 1 Silber und 3Kupper im Einzelzimmer. Frühstück gibt's für den Preis dazu." Er nahm einen Schluck aus dem Humpen und lächelte. "Und das Bier ist durchaus trinkbar"
Double Tap!!!

Offline Vanion

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #8 am: 23. Mai 18, 17:30 »
Vanion nickte Ulric zu, dann kümmerte er sich um seine Sachen. Als er nur kurze Zeit später den Schankraum betrat, wunderte es ihn nicht, dass einige der Söldner ihre Plätze an der Theke gefunden hatten. Er selbst bestellte sich auch ein Bier, setzte sich an einen Tisch und lauschte den Gesprächen um ihn herum.
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Offline Ulrich

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Antw:Von Caer Conway nach Caldrien
« Antwort #9 am: 03. Jun 18, 20:24 »
Die Zeit die sie nach Brega brauchten war eine der angenehmsten in den letzten Wochen gewesen. Es war ruhig und der Sommer zog langsam übers Land.
Zu jeder freien Gelegenheit bei einer Rast nutzten Ulric und der Baron aus Feuerklinge die letzten Stunden der Sonne um die Grundlagen der Schwertkampfes zu wiederholen.
So ging es eine Woche bis sich Ulric vergewissert hatte , dass der Herr zu Feuerklinge die Grundlagen und Techniken noch beherrschte. Die weiteren Techniken und Schläge würden noch warten müssen denn dafür würde es mehr Zeit brauchen als einen Abend.
Ein warmer Ostwind zog übers Land und der kleine Zug schlängelte sich gerade in Richtung Brega und am Abend des nächsten Tag würden sie die Stadtmauer erreichen.
Ab Brega sollte sich die Truppe aufteilen, die Äxte würden ihren Auftrag beginnen. Ulric würde in der Zunft nach dem Rechten sehen und danach mit den Äxten ziehen.
Die Fraktion Feuerklinge wollte weiter in die Heimat und Ulric würde sich wie abgemacht mit Vanion in einigen Wochen in Donnerheim treffen.

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