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Autor Thema: Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp  (Gelesen 3396 mal)

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Offline Bran

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Die Sonne schien durch das Blätterdach auf die kleine Lichtung. Nahe eines kleinen Baches standen fünf kleine Zelte, sowie ein Baldachin im Wald. Ein kleiner Zaun, kaum mehr als Flechtwerk mit vielen Blättern umgab die Zelte und diente mehr dem abschrecken von Tieren und dem Schutz der Zelte vor zufälligen Blicken.
Unter dem Baldachin hatten sich die Äxte versammelt und hielten Kriegsrat. Dabei standen alle Äxternen welche sich zur Zeit bei ihnen befanden.
Shangra und Bran am Kopf des langen Tisches hatten einige Karten ausgebreitet, auf denen die Baronie Feuerklinge, sowie die Herzogtümer Vorahnburg und Hahnekamp abgebildet waren. Die sehr detailreichen Zeichnungen stammten aus Ulrics Feder, der die Grenzen, Wälder und kleinen Flüsse im Winter in einem Gasthof kopiert hatte.
"In den letzten Wochen hatten wir Glück, da wir die Überraschung auf unserer Seite hatten. Doch der Wachtrupp an der Weißbachbrücke wurde sicherlich wegen uns aufgestellt. Und das Scharmützel war mehr als knapp." Sagte Branwin gerade und rieb sich die Seite, an der ein Soldat ihn bei eben jenem Kampf vor zwei Tagen hinter der Grenze erwischt hatte.
Seit dem sie mit Gorix, Svenja, Destus und den anderen nach dem Fest der Grenzen Richtung Feuerklinge gereist waren und beschlossen hatten ein mobiles Lager aufzuschlagen, waren sie jede Woche umgezogen. Somit blieb ihr Rückzugsort geheim und ihre Einsätze unberechenbar.
Doch seit der letzten Woche hatte der Herzog von Hahnekamp seine Patrouillien im Grenzgebiet verstärkt und ihre schnellen Angriffe auf Steuereintreiber, Botenreiter, Zollstationen, Holzlager, Mühlen und Nachschubkolonnen waren gefährlicher geworden.
« Letzte Änderung: 01. Jul 18, 04:27 von Bran »
Double Tap!!!

Offline Narecien

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Antw:Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp
« Antwort #1 am: 01. Jul 18, 21:11 »
Narecien stand am Rand des Tisches und hörte Branwin, mit verschränkten Armen, zu. Er war erst vor kurzem zu der Truppe hinzugestoßen und hatte das Fest der Grenzen versäumt da er noch etwas in der Heimat zu erledigen hatte. Mit seiner bunten, reich verzierten Kleidung und dem strahlendem Kettenhemd verriet nur die Axt welche um seinen Hals baumelte, dass er zu den Äxten und nicht den Äxternen gehörte.

"Bei Tempus Axt, sich mit den Truppen des Herzogs zu messen ist aber auch wesentlich ehrenvoller als wie ein paar Strauchdiebe Mühlen und Holzlager zu überfallen" polterte es aus ihm heraus.

Offline Bran

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Antw:Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp
« Antwort #2 am: 01. Jul 18, 22:14 »
Bran sah den Neuling scharf an. In den letzten Wochen hatte er sich das eine ums andere Mal bewiesen, doch hatte er noch nicht so viel Erfahrung im Söldnerhandwerk wie er.
"Deine Ehrevorstellung ist edel und ich würde dir normalerweise auch zustimmen. Wenn es sich um ein Scharmützel oder einen zünftigen Krieg handeln würde. Allerdings ist das hier eine Fehde, bei der es darum geht, das einer der beiden Fehdeführer Klein bei gibt, sobald seine Kasse zu schmal wird. Sobald Menschen aktiv getötet werden, kann sich das ganze zu einem offenen Krieg entwickeln. Und das ist das letzte was Gorix und der Graf von Vorahrnburg wollen.
Shangra, Emma, Nessi und ich werden morgen nach Fanada reisen, um uns mit Gorix in Balerians Taverne zu treffen und Neuigkeiten auszutauschen. Vielleicht bekommen wir sogar neue Anweisungen. Ihr anderen macht weiter wie bisher. Schickt Nachrichten in die Zunft des gerechten Streitens wenn ihr das Lager verlegt während wir weg sind. Es sollte jedoch nicht lange dauern. Währenddessen hat Widu hier das Kommando über die Einsätze und Beorn über das Lager. Mit allem war jeweils dazugehört."
Bran sah seine Mitäxte an und nickte ihnen zu.
Double Tap!!!

Offline Narecien

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Antw:Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp
« Antwort #3 am: 01. Jul 18, 22:39 »
Narecien hob beschwichtigend die Hände

"Aye zu Befehl.
Wäre es dann aber nicht sinnvoller, soweit die Möglichkeit besteht, sich weiter ins Landesinnere zu schleichen und die Lieferungen an den Herzog direkt abzufangen? Seht hier der Meerbusen? Über das Wasser könnten wir schneller die Position wechseln, die se Brücke bedrohen und wären schon näher an der Hauptstadt sollte der Konflikt sich ausweiten. Den Bauern ihre Lebensgrundlage zu nehmen bedeutet nur das wir sie langsam töten."

Offline Ulrich

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Antw:Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp
« Antwort #4 am: 01. Jul 18, 22:43 »
"Deswegen geben wir ihnen das vieles zurück damit eben genau dies nicht geschieht. Und ein weiterer Vorstoß wäre zu gefählich. Der Herr dieser Länder hat viele Männer und einen offenen Konflikt können wir nicht gewinnen. Und sollten wir uns beim einschleichen einen Fehler erlauben könnte unser Rückweg versperrt und wir in Gefangenschaft oder schlimmeres geraten."

In den letzten drei Wochen war einiges geschehen im Grenzland. Sie hatten, wie Branwin eben gesagt hatte, einigen Staub aufgewirbelt und die Grenze für alles was sich Steuereintreiber nannte wesentlich gefählicher gemacht. Waren es am Anfang nur eine kleine Kutsche mit zwei bis vier Mann Bewachung gewesen so waren es inzwischen gut ein dutzend Wachen mit denen sie so ihre Mühe hatten.
Es war bei den Kämpfen bissher sehr wenig Blut geflossen da die meisten ihrer Gegner gleich aufgegeben hatten als sie erkannten, dass sie in einen Hinterhalt geraten waren.
Wer würde schon gerne für die paar Einnahmen aus den umliegenden Dörfern sterben.

So waren die meisten Wachen gefesselt und geknebelt von irgendjemandem gefunden und befreit worden.
Doch die neuerdings eingesetzten Geleitschützer waren weniger fügsam und boten meist größeren Widerstand. Beim letzten Gefecht waren gar zwei von ihnen fast gestoben und auch bei den Äxten hatte es einige Verletzungen gegeben.

Das erbeutete Geld wurde zu einigen Teilen wieder in der Bevölkerung verteilt und mit den Worten "Eine Gabe des Herrn Voranburg" aus den Beuteln vor eine verdutze Zuschauerschar gekippt.
`Ziele des Krieges... öffentliche Meinung gewinnen´dachte der Offzier.
Sie waren alle ohne Wappen und Zeichen in den Wiesen und Wäldern unterwegs damit sie keiner als die Äxte erkannte. Auch seine markante Rüstung trug Ulric nicht. Ein einfaches Langes Kettenhemd und Armschienen, dazu eine braune Gugel und einfache Hose waren alles was er bei sich hatte. Auch sein Familienschwert in der roten Scheide lag im Zelt.

Es war nun etwa 5 Tage her das Branwin und die anderen das Lager verlassen hatten. Widukind hatte seine Aufgabe gut übernommen und leitete einige kleiner Angriffe auf Güter in der Umgebung. Beorn verwaltete das Lager und das kleine Lazarett was jedoch nicht allzuviel zu tun bekam aufgrund der Art ihrer Aufgabe so wenig wie möglich Blut zu vergießen.

All das war jedoch jetzt für Ulric vorbei. Er hatte es schon vor dem Einsatz den anderen erklärt und heute war der Tag gekommen an dem er nach Donnerheim losreiten wollte um sich dort mit Vanion zu treffen und gemeinsam nach Hinweisen auf dem Mantel des Jeldrik zu suchen.

So sattelte er sein Pferd und zog seine gewohnte Kleidung wieder an. Die Rüstung wurde angelegt und auch Mél, sein Schwert, hing wieder an seiner Seite.

Er würde den Weg über Engonia und dann weiter durch die Gebiete Pfauengrund und Sinerra nehmen um nicht zu lange in dem Gebiet Hanekamps zu verweilen.
Mit ihm zusammen verließ Widkind zu Pferd das Lager. Er würde durch die Nacht hinweg nach Brega reiten um dort nach Kunde von den anderen aus Fanada zu sehen.

So ritten sie ein Stück und nach etwa einer Stunde und einsetztender Dämmerung trennten sich ihre Wege an einer Gabelung.
« Letzte Änderung: 01. Jul 18, 22:46 von Ulrich »
Im Krieg werden mutige Menschen Helden.
Feiglinge kehren lebendig nach Hause zurück.
(Andrija Talic)

Offline Narecien

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Antw:Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp
« Antwort #5 am: 01. Jul 18, 23:01 »
"Habt Dank für die Erklärungen, schließlich muss ich noch viel lernen. Ich wünsche Dir eine gute Reise und viel Erfolg auf deiner Queste."

Offline Widukind

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Antw:Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp
« Antwort #6 am: 03. Jul 18, 20:14 »
Brega:

Die Tür knarzt etwas, als Widukind das Gebäude betritt. Die genagelte Sohle klackt mit jedem Schritt über den Boden des Eingangsbereichs und wirbelt dabei Staub vom Boden auf. In der Hand hält er ein Bündel Briefe, dass es zu lesen galt. 'Wenn man sich nicht um alles selbst kümmert', denkt er begleitet von einem kraftvollen Seufzer.  Sein Fuß stößt gegen die angelegte Tür zu seinem Arbeitszimmer und lässt diese aufspringen. Ein schmaler Lichtstrahl fällt durch jede der kleinen Lücken in den Fensterläden und erhellt den Raum gerade so weit, dass Widukind die Verschlüsse findet und den Tag hineinstrahlen lassen kann.
Der Staub in der Luft ist sichtbar, wie er über dem massiven Holztisch tänzelt, das früh-abendliche Gezwitscher der Vögel erklang im Raum und auf den Oberflächen und der Wand glitzert die Reflexion etwaiger metallischer Gegenstände. Ein kleiner Dolch funkelt, als sich der erschöpfte Mann auf seinem Stuhl niederließ und begann mit diesem unter den mehreren Urkunden der Quiriner Akademie, welche hinter ihm an der Wand thronten
 die Briefe zu öffnen. Die meisten überflog er nur.  "Aufnahmeantrag; Aufnahmeantrag; Steuer; Bürgermeister....oh, dass kommt gleich dran; Reperaturen;", weiter: "An die Zunft des gerechten Streitens, Landwacht, Brega, Tangara - Nur von einer Axt zu öffnen!...", diesen hatte er erhofft.

"Widukind, Beorn, Ulric, liebe Mitäxte - wie ihr wisst sind wir, um Gorix aufzuwarten nach Fanada zu Balerians taverne gereist.
Dort haben wir Avaris und Isindia getroffen welche jetzt mit uns reisen.
Denn auf der Taverne kam eine Nachricht für Damian, das seine Schwester wohl durch Kehlos (nicht persönlich) in einem Alamarkloster in der Baronie Sinnerra festgehalten wird.
Gorix wird uns nun mit einem Portal dorthin schicken, damit wir die Lage auskundschaften und Nähere Informationen über Infrastrukturen, eventuelle Truppenstärken und die generelle Lage vor Ort einholen.
Sasha und ihr neuer Begleiter, der Bronaq-Priester Havald werden uns begleiten.
Sobald wir mehr wissen senden wir wieder Nachricht an die Zunft.
Auf diesem Wege wird Gorix  euch und hoffentlich bald wieder uns in Zukunft kontaktieren.
Beste Grüße Branwin."

Er las diesen Brief mehrmals, dann schob er ihn zu Seite und nahm sich den des Bürgermeisters vor. Er war aus seinem Vorzimmer, nichts besonderes. Einladungen, Hinweise, das Übliche. Die Sonne ging bereits unter als er sich durch die letzte Nachricht kämpfte.  Er würde jetzt in der nahe gelegenen Schänke etwas gegen den Durst tun. Morgen dann galt es erst einmal die nötigen Antworten zu schreiben und den Markt aufzusuchen. Es würde wohl bestenfalls früher Nachmittag bevor er sich mit der Nachricht wieder für einige Tage zu Beorn aufmacht um die Gruppe nicht zu verlieren und den Auftrag weiter auszuführen.
« Letzte Änderung: 03. Jul 18, 21:11 von Widukind »
Off der Haid än Blömche blöht,
Die lewe Sonn, sei wird alls möd.
Hinnerm Berge gieht sei unner.
- Batt fürn Wunner!

Offline Narecien

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Antw:Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp
« Antwort #7 am: 04. Jul 18, 22:00 »
Nachdem ein Großteil der Äxte das Lager verlassen hatte blickte Narecien sich mit verschränkten Armen um.

"Naaaaaa toll..."

Und damit begab er sich an den Stoffberg den er aus seiner Heimat mitgebracht hatte,

"wenn man schon nichts sinnvolles tun kann, kann man ja wenigstens an der Garderobe arbeiten"

Offline Widukind

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Antw:Tangara, nahe der Grenze zu Ahrnburg/Hahnekamp
« Antwort #8 am: 04. Jul 18, 22:38 »
"Verdammt, nichts als Bewuchs hier!", zischte Widukind böse. Mehrmalig hatte er sich beinahe bei einem Sturz über die Wurzeln  verletzt und die eine oder andere Schürfwunde dürfte wohl im Lager der Reinigung bedürfen. Sein bis zur grenze entnervtes Gemüt über den Zustand des Waldes begann schon vor einiger Zeit langsam in Aggression umzuschwenken. Für gewöhnlich ist ein Wald sortiert und aufgeräumt. Bäume werden gekappt, das Unterholz gerodet. Ein Wald hat geordneter zu sein als der Marktplatz einer Stadt. Nur nicht hier. Sie hatten sich so weit ab der Dörfer und Siedlungen untergezogen um mit ihrer sehr geringen Mannstärke nicht auch noch unnötiges Risiko einzugehen. "Komm!" Er zog an den Zügeln des Pferdes, das hinter ihm trabte. Es schien weniger Probleme mit dem Boden zu haben, was ihn noch mehr ärgerte, andererseits schob er im gehen auch das gröbste auf Seite um einem Unfall vorzubeugen und kein Tier auf dem Weg zu verlieren. "Vielleicht hättet Ihr von eurem Gott lieber eine Kerze tragen sollen!", stieß er grimassierend heraus und verdrehte die Augen soweit dass sie auf den Gaul starrten, dann zog er weiter.


Auf dem Weg zum Lager, etwas früher:

"Halt!" Widukind schenkte dem Aufruf wenig Beachtung. "Verdammt, du Strolch. Halt, habe ich gesagt!" Ein Mann versperrte ihm den Weg auf dem er gerade den Weg zu den Anderen suchte. Das Licht der untergehenden Sonne strahlte aus dem Rücken des Fremden und Widukind konnte gerade erkennen, dass er wohl gerüstet, wie auch bewaffnet war. Er ließ das Pferd anhalten und besah sich der Gestalt von oben. 'Verdammt.' Das Wappen war eindeutig: Hahnekamp.
"Ihr seid zu weit draußen, dass ist nicht mehr das Herzogtum, aber wenn Ihr wollt kann ich Euch dorthin führen. Ich muss sowieso in die Richtung."
Der Mann sah sichtlich verärgert zu ihm hinauf. "Ich weiß sehr wohl wo ich bin, Bursche, auf der Straße in der in letzter Zeit Gesinde sich rum treibt und Leute überfällt."
"Dann, bitte ich doch lieber um EUREN Geleitschutz. Jetzt verstehe ich auch, warum jeder in Brega so schockiert geschaut hatte, als ich meinte ich zöge nach Ahrnburg weiter." Widukind gab sich die besten Mühen seine beste schauspielerische Leistung zu geben. Sie schien nicht wirklich zu imponieren. "Das könnt Ihr jemand anderem erzählen, was habt ihr in den Taschen?" Widukind saß ab und öffnete die Großen Satteltaschen, die daraufhin von der Wache kontrolliert wurden. Er versuchte trotz steigender Nervosität langsam und ruhig zu handeln. "Papier, Verbandszeug, Fleisch, Backwaren,...", der Störenfried benannte jeden Gegenstand den er fand. "Einige Liter Bier,..." Er zog an den Gurten und der Streitaxt wurde klar, dass der Unhold dabei war seine Liebste Fracht zu konfiszieren. "Äääh,...", er brach dazwischen. "Das ist Eigenurin." "Häh?" "Pisse!Nun, wenn ich so voll geladen auf dem Pferd bin und länger reite, da falle ich schon Mal runter, ich bin ja nicht so groß." Widukind zog die Mundwinkel künstlich bis zu seinen Ohrläppchen hinauf. " Und zur Reinigung von Wunden führe ich immer Urin mit."
"Bah, du Bastard, dafür gibt's Alkohol." "Aber nein," , er empfand sich langsam selbst als lächerlich. "Das verbietet mir mein Glaube, ich darf keinen Tropfen auch nur an meinen Körper lassen." "Soso, von welchem Gott reden wir denn da?" Er hatte es übertrieben. Nun stellte der Wachmann die Durchsuchung ein und inspizierte lieber Widukind selbst mit voran gehaltenem Speer. " Der...grooooße....Shaaaa...Wooool...ter...Shawolter." "Shawolter?" Widukind nickte. "Und der....?" Er sah Widukind tief in die Augen. "Der lebt heute im Lande...einem göttlichen Lande vooon...Ero...moooon....nia...Im Land von Eromonia. Uuuund....weil er gegen Alohol ist, kann er .... Morgens immer früh aufstehen. Deshalb ist die Sonne auch morgens da. Das ist der Gott, des Lichts." "Nie gehört. Sehr wohl meine ich aber so einen Axtänhänger wie an eurer Tasche schon mal gesehen zu haben. "  "Das ist die Axt...des Shawolter. Damit hat er damals .... also... Die Menschen sahen früher nur dem Bier nach und ihre Blicke hingen an jedem neu gefüllten Fass Bier. Diese Begierde war vernichtend für das leben, so kam...äh...Ero...ich mein Shawolter und schlug mit seiner Axt ein Loch in das Fass. Die Menschen aber ließen in Trauer um das Bier den Blick noch immer nicht ab und betrachteten diese...." Der Söldner wusste nicht ob er Lachen oder weinen sollte, aber jetzt konnte er nur noch einem völlig überforderten Kopf nachreden. "...diese feuchte Spalte. Und so kam Shawolter auf die Idee dem Mann, der was erreicht ein Fass als Bauch zu geben und der Frau das Abbild des zerschlagenen Fasses auf den Körper zu setzen um die Begierde zu sichern und den Menschen ein Equilibrium zu schaffen." Die Wache rieb sich dabei den Bauch, wobei sie sichtlich versuchte es unbeabsichtigt wirken zu lassen. "Weil der Mann damals noch Bier aus dem kaputten Fass le.." "Das reicht!" "Nun der Zapfhahn.." Jetzt hatte er einen Lauf. "Das reicht!", rief die Wache erneut. "Was habt Ihr beabsichtigt?" "Na, einen Freund in Vorahrnburg besuchen. Ich habe sogar frei bekommen vom Holz ernten. Wenn Ihr wollt, wir können gemeinsam ziehen. Mein Freund und ich wollten eh noch das Freudenhaus besuchen. Ich lade euch gerne..." "Nicht nötig." Ein kräftiges Winken deutete dem Söldner endlich sein Weiterkommen an. "Ziehen gefälligst weiter."
"Wie ihr meint.", empfiehlt sich Widukind und besteigt erneut das Pferd. "Jetzt haben wir so schön geredet, da komme ich nicht mehr im Sonnenschein an." Die Wache lacht nur und ruft ohne sich noch mal umzudrehen: "Vielleicht hättet ihr von eurem Gott lieber eine Kerze tragen sollen."


Wieder in der Nacht:

Endlich sieht er die kleinen schwachen Lichter aus den Grubenfeuern. Widukind betritt das Lager und bindet den Gaul an einem Baum fest. Die Schweren Taschen entfernt er noch vom Sattel und stellt etwas Wasser für das Tier hin, bevor er mit dem Bierfässchen unterm Arm an das Feuer tritt.
« Letzte Änderung: 05. Jul 18, 00:13 von Widukind »
Off der Haid än Blömche blöht,
Die lewe Sonn, sei wird alls möd.
Hinnerm Berge gieht sei unner.
- Batt fürn Wunner!