Hier und dort: In Engonien und außerhalb des Kaiserreiches > Geschichten und Gespräche

Ein unbekannter Ort zu unbekannter Zeit

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Kadegar:

Magister, Magister!

Begleitet von einem schweren Seufzen machte Kadegar einen Halt und drehte sich in Richtung der Stimme die nach ihm rief. Ein junger Mann kam eilig auf ihn zu und die Tatsache, dass Kadegar für ihn anhielt. machte ihn scheinbar wirklich etwas glücklicher, was Kadegar mit einem Schnaufen feststellte.

Magister, verzeiht bitte, dass ich euch hinterher rufe. Aber ich habe da eine dringende Frage, ihr sagtet da etwas, was mich wirklich interessiert!

Eine Frage zu etwas, das er sagte? Bestimmt ging es ging es um seine Kunst die dieser Kerl beobachtet hat. Oder etwas zu seiner Kleidung? Sonst ging es bestimmt um die Akademie!

Überlegen hob Kadegar sein Kinn etwas an, nahm eine gerade Haltung an und ein leichtes Lächeln der Zufriedenheit zeigt sich kurz.

Aber sicher doch, etwas Zeit kann ich erübrigen.

Vielen Dank Magister! Nun, ihr sagtet es zwar nicht zu mir selbst, doch ich hörte davon. Ihr sagt, dass ihr ja gar nicht aus den engonischen Ländern kommt. Was denkt ihr, als Fremder, eigentlich über die engonischen Götter?

Kadegars Gesicht entgleiste für einen Moment. Das wollte dieser Dahergelaufene von ihm wissen? So eine unwichtige Frage?

Schnell nahm er, von einem schweren Seufzen begleitet, wieder Haltung und Fassung auf. Etwas Zeit hatte er versprochen, er hatte aber auch wirklich gerade nichts besseres zu tun. Also deutete er auf eine Sitzmöglichkeit für die Beiden und marschierte, begleitet vom Fragenden, um sich zu setzen.

Also gut, die engonischen Götter? Vorweg muss ich sagen, dass die Götter des Landes aus dem ich stamme deutlich präsenter waren. Es gab noch mehr Zeichen ihrer Günstlinge als hier im ehemaligen Engonien, wenn auch ihre Gläubigen deutlich weniger verbreitet waren. Amüsant. Aber sicher nicht was euch interessiert.

Ich beginne mal mit Aine und Naduria. Für die Schattenwall vermutlich die Götter, zu der ihr alter Glaube am ehesten passt.
Ich hab anfangs versucht meinen Glauben in Aine wiederzufinden. Aber auch wenn ich eine Gottheit die in völliger Neutralität für die Magie steht, wirkt es für mich geradezu kindlich wie sie mit Teilnahmslosigkeit handelt, oder eben handeln lässt. Mir sind zwar schon Anhänger Aines begegnet, aber noch keine wirklichen Priester oder vergleichbares. Es wirkt für mich als wirft sie hier und da ihre Gaben auf die Welt und beobachtet zur eigenen Belustigung was so passiert.

Naduria, als Trägerin des Aspektes des Gleichgewichtes sagt mir sehr zu. Wenn auch ihre Naturverbundenheit für mich zu, naja, schmutzig ist. Wären ihre Anhänger und ihr Weg zivilisierter, dann wäre ihr Weg deutlich attraktiver.

Zu Lavinia habe ich nicht viel zu sagen, für mich hat sie wie Aine etwas kindliches. Nur eben eher wie ein Kind, dass all ihre Puppen liebt und niemals ein Spielzeug abgeben würde. Dieser gelebte Pazifismus und diese Liebe zu allem ist wirklich nicht meins.

Tior hatte mich anfangs wirklich beeindruckt. Diese wilde Entschlossenheit, die Wut die ich in seinen Anhängern gesehen habe, wirkt inzwischen auf mich, als seie sie nun in einen Käfig gesperrt worden oder eben in das enge Korsett der Ehre gezwängt. Ein Glaube sollte sich in meinen Augen nicht mit adeligen Tugenden binden müssen. So haben die Gläubigen für mich eher was von bissigen Hunden an kurzer Leine. Nichts womit ich mich anlegen möchte.

Alamar ist im Moment ein sehr spannendes Thema. Der Drang seiner Dienerschaft alles vor einem Gesetz zu prüfen ist ein, hm, beeindruckendes Ziel. Meines Wissens nach geht es hierbei um weltliche Gesetze. Im Umkehrschluss hat Alamars Dienerschaft also erst einmal keine eigene Gesetze. Klar, seine Abneigung gegenüber dem Untot und der Symbolik der Sonne geben diesem Glauben eine gewisse gute Grundprägung, doch kann auch ein Tyrann treu seinen eigenen Gesetzen sein und im glanz der Sonne seine Volk schmoren lassen. Die Tatsache, dass die Inquisition Alamars noch nicht von der restlichen Kirche angegriffen wurde zeigt ja auch, dass an der Sache was dran ist. Ich würde Alamar also nicht unbedingt als einen guten Gott bezeichnen.

Was Szivar betrifft…

Der Magister hob seinen Kopf und betrachtete skeptisch den dunkler werdenden Himmel.

… muss ich dieses Gespräch wohl abbrechen. Es wird langsam spät und ich bin noch zum Essen verabredet, davon abgesehen, dass ich mich nicht verspäten will, möchte ich auch nicht nass dort ankommen. Denn es sieht auch aus, als würde es bald regnen. Daher entschuldigt mich, ich hoffe ich konnte euch helfen.

Ohne eine Reaktion abzuwarten machte sich der Magister auf, die Szene zu verlassen.

Das habt ihr, Magister, das habt ihr.

Woraufhin der junge Mann eilig etwas Papier und einen Kohlestift hervor holte und eilig Notizen niederschrieb.

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