Der Städtebund von Tangara > Brega

Frühjahr 269 n.J. - Goldene Nachtigall in Brega

(1/6) > >>

Kydora:
Nach und nach wurde das Treiben weniger auf den Straßen der Handelsstadt und die Abendstunden brachen herein. Es war ein milder Abend im Frühling, einer von der Sorte, die bereits einen süßen Vorgeschmack auf den Sommer gaben. Und so waren noch einige Bürger unterwegs, vielleicht auf der Suche nach einer guten Taverne, vielleicht auch auf der Suche nach dem wärmenden Heim.

Inmitten des von Baustellen geprägten Stadtbildes befand sich in einer Seitenstraße ein Gebäude, das recht einladend wirkte. Laternen tauchten die Türe des Gebäudes in ein warmes Rot und luden zum Verweilen ein. Neben der Türe war ein Symbol zu erkennen, golden zeichnete sich die Silhouette eines Vogels ab, der neben einer Pfingstrose war.
Über der Türe prangte der Name des Hauses: 'Goldene Nachtigall'.

Ging man ein paar Schritte weiter, an dem wirklich verlockend wirkendem Gebäude, welches aufregende Geheimnisse im Innern zu versprechen schien, so kam man an eine unscheinbare Gasse. Dieser folgend würde man zur Seite des Gebäudes kommen und auch schnell eine Türe finden, die eher gewöhnlich wirkte. Doch auch hier war das Symbol, wenn auch deutlich subtiler, zu finden: Die Silhouette eines Vogels, welcher sich neben einer Pfingstrose befand.

Vanion:
Ich hätte es wissen müssen, hatte er gedacht, als er in vollem Ornat, zu Pferde, einen Blick in die Seitenstraße geworfen hatte. Dann hatte er sein Pferd an den Laternen vorbeigelenkt und Arienne angehalten, ihm zu folgen.

Einige Stunden später, als es dunkel war, als Ruhe in den Gassen der Stadt eingekehrt war, bog ein in unauffälligen Braun- und Grüntönen gekleideter Mann in die noch unauffälliger scheinende Gasse ein. Den dunklen Eingang mit der Vogeltür fand er rasch, ihre Beschreibung war treffend gewesen. Und so pochte er an die Türe.

Kydora:
Es dauerte einen Moment, dann öffnete sich die Türe und ein kräftig wirkender Mann musterte den nächtlichen Besucher mit einem prüfenden Blick. Mit einem knappen Nicken gibt er dann jedoch sogleich den Weg routiniert frei.

Dem Gast eröffnete sich ein länglicher Vorraum, mit schweren Stoffen an den Wänden behangen. Offensichtlich der Eingangsbereich. Es dauerte nicht lange und vom anderen Ende her kam eine junge Frau her. Sie trug das blonde Haar zu einem seitlichen Zopf geflochten und schenkte dem Besucher ein kokettes Lächeln.

"Guten Abend und willkommen in der goldenen Nachtigall." begrüßte sie ihn begleitet von einem leichten Kichern, während sie sich ihm begann zu nähern. Sie trug ein dunkelgrünes Kleid, das mit fließendem Stoff ihren Körper umschmeichelte, und süße Verlockungen vermuten ließ.

"Kommt nur herein, was ist Euer Begehr? Womit... kann man Euch eine Freude bereiten?"

Sie hatte sich ihm nach und nach genähert und als sie die letzten Worte sprach, legte sie sanft ihre Hand auf seinen Oberkörper, sah ihn mit großen Augen abwartend an.

Vanion:
"Mit der Gastgeberin", erwiderte Vanion, nicht unfreundlich, und schob die Hand beiseite.

Es war schön hier, und auch die, die ihn begrüßt hatte, war schön. Er fragte sich, wieviel von dem, was er hier sah, Roberts Werk war, und was Kydora dazu beigetragen hatte.

Kydora:
Ein sehnsüchtiges Seufzen war zu hören, als sie von ihm abließ. Sie bedeutete ihm, ihr zu folgen und führte ihn dort entlang, von wo sie hergekommen war.

Vanion wurde der Vorhang aufgehalten, sodass er hindurch treten konnte. Schwere Düfte schlugen dem Ritter entgegen, und er wurde weiter geführt durch den Gang in einen größeren Schankraum. Hier war allerlei zu sehen und der Anblick mochte einem zunächst die Sprache verschlagen. Mehrere Sitzgruppen waren auszumachen, in welchen Leute sich auf Sitzkissen und Teppichen zusammen gefunden hatten. Hier war der Duft sogar noch intensiver wahrzunehmen, lag doch der Duft von Räucherwerk im Raum.
So wie auch der Duft in der Luft lag, so lag auch Musik in ebenjener. Sanfte Lautenklänge waren zu hören und sanftes Trommeln begleitete diese. Eine Tänzerin bewegte langsam und rhythmisch ihre Hüften passend im Takt. Leicht bekleidet liefen Mitarbeiter beider Geschlechter umher und kümmerten sich um das Wohlergehen der Gäste.
Vanion konnte sich sicher sein: Wenn jemand eine Nacht der erfüllten Wünsche herbeisehnen würde, so würde er hier mit Sicherheit fündig werden.

Die Dame im grünen Kleid führte den Ritter zu einer kleinen Sitzgruppe, welche noch besetzte war und bot ihm an, sich zu setzen, so denn er es wollte.

"Wen darf ich denn ankündigen? Oder erwartet Euch die Gastgeberin bereits?" Wieder kam sie ihm gefährlich nahe, doch legte sie dieses Mal nicht ihre Hand auf ihn, sondern spielte lieber mit dem Abstand zu Vanion geschickt zwischen reizvoll aber gerade noch so angemessen und seine Grenzen respektierend. Sie wollte ihn nicht bedrängen... verführen durchaus. Doch bedrängen gehörte nicht zum guten Ton des Hauses.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln