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Autor Thema: Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)  (Gelesen 3409 mal)

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Offline Lilac

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Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« am: 10. Nov 17, 18:58 »
Entnervt blickte Beeke zuerst auf ihre Schreibfeder und dann auf das Tintenfass. Schon wieder leer!
Dabei war sie gerade dabei das Script für die Vorlesung im kommenden Mond zusammen zu schreiben. Etwas, das sie mal wieder viel zu lange vor sich her geschoben hatte.
Seufzend setzte sie sich aufrecht hin und reckte sich, bis einige Wirbel knackten.
Von der Bewegung aufmerksam geworden, wuselten in den Käfigen und Terrarien die Bewohner umher. Eine junge, grau-weiße Ratte kletterte an den Gittern empor, um besser sehen zu können und Beeke schaute dem Tierchen lächelnd zu.
"Na, willst du raus?", sagte die Doktorandin, stand auf und trat zu der Wand mit all den Kreaturen in ihren Behausungen.
Sie öffnete ein Türchen und ließ den Nager auf ihre Hand klettern. Ein rascher Griff in eine Schale und schon hatte sie etwas getrocknetes Obst bei der Hand, mit dem sie das Tier füttern konnte.
Sie setzte sich die Ratte auf die Schulter und begab sich dann zu einer Truhe, in der sie ihr Schreibzeug aufbewahrte. Ihr Blick fiel auf die kleinen Flaschen und Fässchen mit unterschiedlichen Tinten. Sie runzelte unwirsch die Stirn.
"Ich befürchte, ich muss mal wieder einkaufen gehen!", sagte sie zu niemand bestimmten.
Die Ratte steckte ihr die Nase ins Ohr und Beeke musste kichern.
"Oh Nein, du bleibst hier!", meinte sie lachend.
Dann wurde sie wieder ernst. Sie ging zu ihrem Bett und zog eine kleinere Truhe darunter hervor, aus der sie einen samtenen Beutel holte. Ein paar wenige Münzen klimperten traurig darin herum.
Beeke seufzte. Sie würde wieder die ein oder andere Schreibarbeit für andere Leute anfertigen müssen, bevor sie sich größere Mengen guter Tinte leisten konnte. Vielleicht hatte sie Glück und es kam mal wieder ein Auftrag über eine Buchillustration rein...

Inzwischen war die Ratte in ihren Schal geklettert und hatte es sich in den Stofffalten gemütlich gemacht.
"Schön da?", fragte Beeke und kraulte das Tier mit einem Finger im Nacken. Die Ratte vibrierte. Unterdessen räumte die Doktorandin den Beutel wieder in die kleine Truhe, schloss diese und schob sie wieder unter das Bett. Dann entnahm sie der größeren Truhe ein Tintenfass und begab sich wieder an den Tisch.
Während die Ratte im Schal eingekuschelt saß und sich putzte, begann Beeke wieder zu schreiben.

Die nützlichen Eigenschaften von Einhornhaar ...
« Letzte Änderung: 11. Nov 17, 17:10 von Lilac »
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Offline Rikhard Kraftweber

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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #1 am: 12. Nov 17, 13:36 »
Kaum hatte Beeke die ersten Worte geschrieben, klopfte es an die Türe ihrer Kammer.

Offline Lilac

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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #2 am: 12. Nov 17, 21:26 »
Überrascht sah Beeke auf. Die junge Ratte in ihrem Schal streckte neugierig den Kopf aus den Stofffalten.
"Ja, bitte?", rief Beeke und blickte erwartungsvoll zur Türe.
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Offline Rikhard Kraftweber

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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #3 am: 13. Nov 17, 13:38 »
"Hier ist Rikhard. Ich habe eine Lücke in meinem Aufsatz entdeckt. Die Eigenschaften von Sibelius-Eiter sind mir nicht klar, und ich möchte vermeiden, dieses seltsame Zeug erneut anfassen zu müssen."
Rikhard glitt ein kalter Schauer über den Rücken, als er sich daran erinnerte, wie glibbrig-kalt sich dieser Eiter angefühlt hatte.
"Ich meine, selbstverständlich weiß ich um die Eigenschaften, die diese Substanz hat, aber die Feinheiten sind mir dann doch irgendwie entfallen, und ich brüte schon länger über diesem Papier. Seit dem Brand findet man auch schlicht nichts mehr wieder in diesen Hallen."

Schon durch die Tür war Rikhards pikierter, eiliger Tonfall zu erkennen, und Beeke konnte sich wahrscheinlich das Gesicht vorstellen, das Rikhard grade machte.

"Nun, kurzum, ich brauche deine Hilfe." Erneut klopfte er, dieses Mal lauter. "Du bist ja offensichtlich hier, hast also gewiss Zeit?"

Offline Lilac

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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #4 am: 13. Nov 17, 14:00 »
Beeke musste grinsen. Nur Rikhard brachte es fertig, einen Vortrag vor verschlossener Tür zu halten.
Sie stand auf und machte ihm auf.
"Komm rein! Meinst du nicht, es macht mehr Sinn, MIR das Problem zu erläutern, als einem Stück Holz?", sie lächelte und wies auf einen zweiten Stuhl, den sie gerade an den Schreibtisch gestellt hatte. "Setz dich! Willst du einen Tee?"

Die ewige Doktorandin Griff erneut in die Schale mit dem Trockenobst und fütterte die junge Ratte in ihrem Schal. Danach wischte sie sich die Hände an einem Putztuch sauber und wartete dann ab, ob Rikhard sich für oder gegen Tee entschied.
« Letzte Änderung: 13. Nov 17, 16:06 von Lilac »
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Offline Rikhard Kraftweber

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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #5 am: 13. Nov 17, 14:08 »
Die Faust, mit der Rikhard bisher an der Tür genutzt hatte, schlug noch zwei, dreimal weiter in die Luft, während Rikhard seinen Satz beendete. Erst dann schien er Beeke zu bemerken, und ernst nickte er. "Ja, da hast du Recht. Verzeih, ich war so - eingespannt in meine Theorien. Eingespannt ist ein ganz gutes Stichwort, fällt mir da ein. Was hat es für Auswirkungen, wenn man einen Verband mit Sibelius-Eiter großflächig bestreicht? Natürlich nehme ich einen Tee. Mir erscheint es so, dass dieser Eiter eine Wunde gänzlich verschließen kann, aber wohl so sehr, dass nicht einmal mehr Luft daran kommt, was dem Heilungsprozess ja wiederum hinderlich sein dürfte. Hast du auch ein wenig Zucker? Nun ist es aber so, dass dieser Eiter wohl offensichtlich auch, zumindest, wenn er grade erst gewonnen wurde - und einen Tropfen Milch, bitte - immer noch einzelne Samen der Sibelius-Dolde enthalten kann, was bekanntermaßen ja ein Risiko darstellt, denn diese sollte man nicht berühren, da sie für Lähmungen sorgen können, wenn auch nur minimal und temporär."

Wie immer, wenn er hier oben war, mühte Rikhard sich nach Kräften, die vielen Tiere zu ignorieren, und angestrengt (und etwas dramatisch) schloss er die Augen, als eines dieser Viecher eines seiner seltsamen Geräusche von sich gab.

Offline Sandra

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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #6 am: 13. Nov 17, 14:27 »
Man hätte meinen können, dass Stella versuchte, Löcher in ihre Zimmerdecke zu starren, als diese reglos auf ihrem Bett lag. Immer wieder zogen in den letzten Wochen die Bilder der Ereignisse bei Graufelden an ihrem inneren Auge vorbei und ihre Gedanken kreisten vor allem um Sasha, Maugrim, Temris und Ninim.
Nachdem keine weiteren Reisen auf ihrem Plan standen nutzte sie die Zeit im Winter wieder einmal dazu, um mehr Zeit an der Akademie zu verbringen. Doch während sie sonst die Zeit gerne nutzte, um mit den anderen Schülern in den Gemeinschaftsräumen zu sitzen und zu lachen, war ihr das momentan einfach zu anstrengend, aber im selben Augenblick fühlte sie sich einsam.
Schließlich drehte sie den Kopf und ihr Blick fiel auf die Arbeiten, die auf ihrem Schreibtisch lagen. In einer Arbeitswut in der vergangenen Nacht hatte sie einen großen Stapel abgearbeitet.

Sie könnte zu Beeke und ihren Tieren gehen - dort wäre es ruhig, aber nicht einsam und sie könnte vielleicht mit manchen der Tiere ein wenig kuscheln, sie füttern und mit ihnen spielen. Das hatte sie in den vergangenen Tagen schon häufiger gemacht, um ein wenig Ablenkung zu finden.
Mit dem gefassten Entschluss, zog sie sich die Stiefel an und sie griff sich eine Flasche Met und die Blätter von ihrem Schreibtisch, die sie ihr noch vorbeibringen wollte.
Dann huschte sie die Treppen und Gänge entlang zu Beekes Kammer.

Sie klopfte an die Tür und rief nach drinnen:
"Hallo Beeke, ich bin's, Stella. Hast du Zeit für etwas Gesellschaft neben deiner ganzen Arbeit? Ich hab Met mitgebracht und dachte, ich helfe dir ein bisschen mit den Tieren..."
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Offline Lilac

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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #7 am: 13. Nov 17, 14:47 »
"Ich hab nur Honig. Milch wird zu schnell sauer hier.", sagte Beeke ungerührt und hörte sich Rikhards Wortschwall an. Sie stellte ihm den mit Honig gesüßten Kräutertee hin und setzte sich.
Als er Luft holte, nutzte sie den Moment, um ihrerseits etwas zu sagen. "Also. Das mit den Dolden kannst du vermeiden, wenn du zur richtigen Jahreszeit sammelst. Klar ist im Winter der Eiter zähflüssiger, aber..."
In diesem Moment meldete sich Stella an der Türe.

"Na, hier ist ja heute etwas los...", murmelte Beeke belustigt.

Sie bat Rikhard um einen Moment Geduld, stand auf und ging zur Türe, die sie öffnete.

"Hallo Stella! Also Rikhard ist grad da, aber wenn du möchtest, komm gerne schon mal rein."

Stella war in letzter Zeit öfter zu Besuch gewesen und kannte sich in dem vollgestopften Raum aus. Sie wusste auch, dass sie sich einfach aufs Bett setzen durfte - der gemütlichste Platz im Zimmer. Beeke freute sich über Besuch und sie war sehr umgänglich. Stets gab es etwas warmes zu trinken und ein offenes Ohr bei ihr.
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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #8 am: 13. Nov 17, 15:19 »
Rikhard... Na das hat mir grade noch gefehlt... Aber immer noch besser als die gröhlenden Gemeinschaftsräume...Was soll's...

"Schön, dich zu sehen, Beeke." Sagte sie beim Hereinkommen und drückte der Doktorandin die Metflasche in die Hand.
Dabei streckte die Ratte, die immer noch in Beekes Schal eingekuschelt saß die Nase heraus. "Na du Vorwitznase, du willst auch immer in der ersten Reihe sitzen, hm?" Dabei streichelte sie der Ratte kurz über das Fell und ließ sie kurz an ihrem Finger schnuppern.

Man musste immer ein bisschen aufpassen, wenn man sich in ihrem Zimmer bewegte, um nicht versehentlich etwas an- oder gar umzustoßen und wenn die Katze gerade da war, dass man sich nicht versehentlich auf sie setzte, weil man sie mit einem Kissen verwechselte, aber es war gemütlich und irgendwie beruhigend hier - vorausgesetzt, man mochte Tiere.
Umsichtig kam Stella herein und begrüßte ebenfalls Rikhard. "Hallo Rikhard, dich hätte ich hier ja nicht erwartet."

Dann ließ sie sich auf dem Bett von Beeke nieder, zog die Schuhe aus, damit sie sich besser hinsetzen konnte, nahm sich ein Kissen und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand
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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #9 am: 13. Nov 17, 16:19 »
Etwas verblüfft nahm Beeke den Met entgegen.
"Ähm, Danke!"
Sie machte eine lapidare Geste und sagte zu Stella, sie solle es sich gemütlich machen.
"Wenn du nen Tee möchtest, sag bescheid!"

Dann setzte sich die Doktorandin wieder neben Rikhard und führte das Gespräch fort, als seien sie gar nicht unterbrochen worden.
"Wenn du also im Winter sammelst, hast du das Doldenproblem nicht. Natürlich ist die Konsistenz und die Qualität in den anderen Jahreszeiten besser. Ich denke, hier muss man als verwendende Person  abwägen - wie stark ist der Nutzen der verwendeten Substanz im Gegenzug zur Gefahr der Kontamination mit Samen. Eine andere Option wäre das Filtern des Eiters, was aber schwierig und nicht hundertprozentig sicher ist."
Beeke tippte sich auf die Nase. "Die Frage wäre, ob es möglich ist, Sibelius-Eiter zu verdünnen. Sagen wir mit Alkohol, und ob es dann zum einen einfacher ist, ihn zu filtrieren und ob die luftabschließende Eigenschaft dadurch umgangen werden kann...", überlegte sie laut.
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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #10 am: 13. Nov 17, 19:16 »
"Ich dachte, damit können wir es uns gleich noch gut gehen lassen. Könnte sich je nach Tee auch gut da drin machen... Oder wir machen den Met auch heiß..."

Dann angelte die Magierin nach einer anderen Ratte, die sich in einem der Käfige befand.
Sie holte das schwarz-weiß gefärbte Tier heraus und setzte es auf ihren Schoß, um anschließend in ihrer Tasche nach ein paar Nüssen zu angeln.

Schließlich hielt sie dem Tier eine halbe Nuss hin, welches daraufhin sichtbar freudig daran zu nagen begann.
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Offline Rikhard Kraftweber

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Antw:Beekes Zimmer (Herbst/Winter 267 n.J.)
« Antwort #11 am: 13. Nov 17, 20:50 »
Höflich, wenn auch reserviert grüßte Rikhard Stella. Er sah pikiert drein und war gar nicht begeistert davon, dass Stella das interessante wissenschaftliche Gespräch, das er soeben mit Beeke begonnen hatte, unterbrochen hatte. Und dann auch noch mit einer Flasche Met. Innerlich seufzte er laut auf, aber er ließ sich nichts anmerken. Er hatte gelernt, dass es nicht immer gut war, offen zu zeigen, was er fühlt.

Er ließ Stella etwas Zeit, anzukommen und es sich bequem zu machen, dann fuhr er fort:
"Ich kenne den Sibelius-Baum noch aus Silvanaja. Hier in Tangara habe ich noch nie ein lebendes Exemplar gesehen. Die kleinen Holzwächer werden immer aggressiv, wenn versucht, im Winter an den Saft und das Harz des Baumes zu kommen. Gewiss, das Doldenproblem hab ich dann nicht, aber dafür ein ganz anderes."
Er tippte sich mit der Kuppe des Zeigefingers nachdenklich gegen die Unterlippe und runzelte die Stirn.
"Entweder muss man an diesen Wächtern vorbei, oder man hat eben die Arbeit, den Eiter mehrfach zu filtern. Ich hab gelesen, dass es im Lorinan ebenfalls Sibelius-Bäume geben soll. Aber ich weiß nicht, was ich davon halten soll. In demselben Werk stand, dass die Elfen des Lorinan ihre Musikinstrumente daraus gefertigt hätten, aber der Autor legt keinerlei Belege vor. Und im selben Atemzug ist von großen Baumwächtern die Rede. Nicht diese kleinen, die sind nervig, aber harmlos. Sondern welche, die größer als Menschen sind."

Während er sprach, beobachtete er mit einem gewissen Respekt, wie natürlich Stella mit den Tieren umging. Diese Gabe hatte ihm immer gefehlt, und er verstummte plötzlich und starrte fasziniert auf den Nager, der sich redlich mühte, die Nuss zu fressen.

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« Antwort #12 am: 13. Nov 17, 22:12 »
Beeke nickte zu Rikhards Worten. Sie kannte diese Baumart nur in der Theorie. Das Holz hatte sie schon bewundern dürfen - sowohl als Musikinstrument, als auch als Magierstab. In einem Herbarium war ihr das Blattwerk untergekommen. Und den Saft des Baumes - wegen seiner Farbe und Konsistenz allgemein als Sibelius-Eiter bekannt - kannte sie auch.
Beeke war zwar aus tiefster Seele Zoologin, doch ihre Faszination ließ sich auch von vielen anderen Wundern der Natur wecken.

Nun beobachtete sie ein ähnliches Phänomen bei Rikhard. Dessen plötzliches Interesse an der Ratte ließ sie sanft lächeln. Beekes Theorie, dass jedes höhere Lebewesen ein instinktives Interesse an anderen Lebensformen hatte, wurde wieder einmal bestätigt.
Daher ließ sie ihn jetzt auch in Ruhe seinen Beobachtungen nachgehen. Ihm Futter für das Tier anzubieten, wäre ein nächster Schritt, doch das hatte noch Zeit.
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« Antwort #13 am: 14. Nov 17, 11:01 »
Sanft streichelte Stella das Tier, welches weiterhin mit der Nuss kämpfte und sie Stück um Stück vertilgte.

Die Seiten ihres Aufsatzes hatte sie auf das Bett gelegt, denn sie wollte das Gespräch von Rikhard und Beeke nicht unterbrechen - sie würde ihn ihr auch einfach später geben können.

Nun lehnte sie sich vorsichtig wieder zu dem Käfig, um eine weitere Ratte herauszuholen, welche sie sich auf die Schulter setzte.
Ihr gefiel offensichtlich die Aussicht und es reckte neugierig den Kopf in verschiedene Richtungen.
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Offline Rikhard Kraftweber

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« Antwort #14 am: 14. Nov 17, 12:38 »
"Das Dilemma bleibt aber bestehen."
Rikhard sprach etwas langsamer, aber schlussendlich verlor er das Interesse an der Ratte. Es war schon ganz gut, dass Stella sich mit den Nagern beschäftigte, so blieb ihm das erspart. Die Tiere hatten ohnehin gewiss Angst vor ihm.
"Im Winter sind die kleinen Baumwächter im Weg, im Sommer muss ordentlich gefiltert werden. Wenn ich wählen müsste, dann würde ich filtern. Außerdem ist Silvanaja im Winter ohnehin nicht wirklich schön. Was man hier in Fanada erhält, ist aber ehrlich gesagt meist schon alt und angedickt, das muss dann auch wieder aufbereitet werden. So ist vernünftige Forschung nicht möglich."
Er zögerte kurz, dann fuhr er fort:
"Man müsste einmal nach Silvanaja reisen und dort in natura mit dem Saft arbeiten ..."